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Bis 2050 könnte die Prozessindustrie auf erneuerbares Gas umstellen

Ein klimaneutrales Leben und Wirtschaften erfordert eine umfassende Dekarbonisierung. Ein strukturell aussichtsreicher Kandidat ist Power-to-Gas.

09.01.2018
Marie Lucine Tapyuli
EnergyNews2
Bis 2050 könnte die Prozessindustrie auf erneuerbares Gas umstellen

Die aktuelle enervis-Studie „Erneuerbare Gase – ein Systemupdate der Energiewende“ entwirft zwei Szenarien für die Energieversorgung im Jahr 2050: Das Szenario „Maximale Elektrifizierung“ stellt sich eine umfassende Ausrichtung am Strommarkt vor, das Szenario „Optimiertes System“ ist dagegen grundsätzlich technologieoffen. In beiden Fällen geht es den Auftraggebern, dem Bundesverband Windenergie e.V. (BWE) und der Initiative Erdgasspeicher e.V. (INES), darum, wie eine kosteneffiziente Treibhausneutralität zu erreichen ist.

Ein Ergebnis der Betrachtung ist, dass eine umweltverträgliche Energieversorgung der industriellen Produktion gut mit Methan machbar ist, denn hier sind synthetisch hergestellte Kohlenwasserstoffketten vonnöten. Im Segment Feedstock, also überall dort, wo Brennstoffe (derzeit überwiegend Erdöl) nicht zur Erzeugung von Strom dienen, sondern wie in der Chemiebranche als Rohstoffe in die Prozessindustrie eingehen, könnte laut Studie der Bedarf im Zieljahr 2050 komplett über erneuerbares Gas bedient werden. Das würde ein Volumen von 278 TWh Methan bedeuten. Gesamtwirtschaftlich (also inklusive Wärme und Verkehr) kommt die Studie auf einen Bedarf von 930 TWh erneuerbaren Gasen im Jahr 2050.

In puncto Kosteneffizienz wären Power-to-Gas-Lösungen dabei den Power-to-Liquid-Technologien mit ihren „erheblichen Mehrkosten“ überlegen. Ein weiterer Vorteil erneuerbarer Gase liegt darin, dass sie sich gut speichern lassen und so die Energieversorgung flexibel halten: „In Verbindung mit Power-to-Gas können Gasspeicher diese Flexibilität erneuerbar bereitstellen“, sagt dazu Sebastian Bleschke, Geschäftsführer der Initiative Erdgasspeicher.

Zwar hat der Feedstock keine direkten CO₂-Emissionen zur Folge, doch schlagen die Endprodukte – sei es bei der Müllverbrennung oder im Gebrauch – letztlich doch in der Klimabilanz zu Buche. Interessant ist die Betrachtung der Prozessindustrie insofern, als die mögliche Entwicklung für beide Szenarien (Maximale Elektrifizierung und Optimiertes System) identisch ist, weil im Bereich Feedstock Elektrizität keine Alternative ist. Die 278-TWh-Prognose deckt sich im Übrigen mit der Einschätzung des Umweltbundesamts .

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