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Energy

Das Smart-Meter-Paradox

Der Gesetzgeber fordert eine Revolution der Messtechnologie. Denn die Energiewende naht – bis 2050 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden. Eine echte Mammutaufgabe für die gesamte Branche.

20.03.2018
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Das Smart-Meter-Paradox

Der Einsatz von intelligenten Messystemen (iMSys) ist ein weiterer Schritt in der Digitalisierung der Energiewende. Smart Meter ermitteln direkt beim Kunden detaillierte Verbrauchsdaten. Die Kommunikationsinfrastruktur der vernetzten Stromzähler hilft, Wind- und Sonnenenergie erfolgreich in den Strommarkt zu integrieren – und damit Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen.

Wie können Energieversorger tausende Smart Meter direkt beim Kunden integrieren?

Seit 2017 bauen Messstellenbetreiber bei Verbrauchern ab 10.000 kWh Jahresstromverbrauch iMSys ein. Die Einbaupflicht ist für diese Fälle gesetzlich vorgeschrieben . Auch Verbraucher, die ein verringertes Netzentgelt für eine steuerbare Verbrauchseinrichtung (z.B. eine Wärmepumpe) vereinbart haben oder Erzeuger zwischen 7 und 100 kW installierter Leistung (z.B. Haushalte mit PV-Anlage) sind zum Einbau eines iMSys verpflichtet. Das betrifft besonders industrielle Großverbraucher. Um die Masse an Geräten dort überhaupt wirtschaftlich in Betrieb nehmen und warten zu können, ist eine geeignete Managementinfrastruktur wichtig.

Das stellt Netzbetreiber vor eine große Herausforderung – denn es muss eine Lösung her, welche die Daten von mehreren Millionen Smart-Meter-Gateways (SMGW) in die Infrastruktur der Server integriert. In den nächsten Jahren sollen zehntausende Ortsnetzstationen mit Mobilfunkroutern ausgestattet werden. Und die Prozesse hinter dem Rollout müssen zudem noch anwenderfreundlich sein. Speziell dafür gibt es Router, die sich einfach anpassen lassen. Neue Firmware wird automatisch aufgespielt und das Gerät konfiguriert sich eigenständig. Das ist unkompliziert und zeiteffizient.

Welchen Nutzen haben Verbraucher von intelligenten Messeinrichtungen?

In erster Linie mehr Transparenz. Verbraucher können mit der Smart-Meter-Technologie Ihre Energieverbrauchswerte einsehen. Der zuständige Messstellenbetreiber liefert jeden Monat eine Aufstellung des Energieverbrauchs und der entstandenen Kosten. So lernen Energiekonsumenten ihren eigenen Stromverbrauch besser kennen und können Stromlieferverträge ihrem individuellen Verbrauchsverhalten anpassen. Außerdem ist eine Vor-Ort-Ablesung des Zählerstands nicht mehr notwendig.

Wie lässt sich der Datenschutz sicherstellen?

Bei der hohen Anzahl an SMGWs, die beim Endkunden eingerichtet werden müssen, ist eine gesicherte Ende-zu-Ende-Verbindung besonders wichtig. Schließlich soll niemand unbefugt ermitteln können, wer wie viel Energie verbraucht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat daher ein Verfahren zugesichert, das den Datenschutz des Verbrauchers gewährleistet: Alle Daten werden verschlüsselt über die öffentliche Kommunikationsinfrastruktur (z.B. LTE-Netze) gesendet. Das SMGW verwendet dazu ein Sicherheitsmodul als Speicher für das benötigte kryptographische Schlüsselmaterial. Außerdem übernimmt es die Signaturerstellung und -prüfung, Schlüsselgenerierung, Schlüsselaushandlung sowie Zufallsgenerierung für das SMGW.

Smart Meter revolutionieren die Kommunikationsinfrastruktur von morgen

Es handelt sich bei den iMSys also um wahre Multitalente: Sie erhöhen die Verbrauchstransparenz, vermeiden Ablesekosten und ermöglichen variable Tarife. Zugleich verbessern sie die Kommunikation von dezentralen Erzeugern und erhöhen die Flexibilität der Lasten. Für Netzbetreiber, Energieversorger und Smart Meter Gateway Manager besteht aber die große Herausforderung, viele Geräte innerhalb kurzer Zeit zu installieren. Neue Router mit innovativer Software helfen, den Smart Meter Rollout zu managen.

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