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Der Maschinenbau fährt der Autoindustrie davon

Losgröße 1 ist das Stichwort für individuelle Produkte. Maschinen- und Anlagebau kennen diese Anforderung längst und nutzen die Chancen der Digitalisierung. Die Autobauer bleiben vorerst lieber bei der Serienfertigung.

05.12.2017
Claudia Witte
Maschinenbau
Der Maschinenbau fährt der Autoindustrie davon

Die Hoffnung, dass sich vielleicht doch nicht allzu viel ändert, stirbt offenbar zuletzt. Der Deutsche Industrie 4.0 Index 2017, den die Unternehmensberatung Staufen mit ihrer auf digitale Transformation spezialisierten Tochter Digital Neone x erarbeitet, kommt zu dem Schluss, "dass trotz aller Fortschritte viele Unternehmen immer noch auf Zeit spielen." Vor allem der Automobilbau hat derzeit noch wenig Interesse an flexibler Fertigung und individualisierten Produkten.

Während der Maschinen- und Anlagebau, der seit jeher mit speziellen Kundenanforderungen umzugehen versteht, zu 22 % bereits für Losgröße 1 konstruiert (oder kurz davorsteht), sagt bei den Autobauern mehr als ein Drittel, dass individuelle Fertigung für das eigene Unternehmen ohne Bedeutung sei. Die Serienfertigung wird hier immer noch als ausschlaggebender Kostenvorteil ins Feld geführt. Die Maschinenbauer dagegen sind zu über 90 % überzeugt, dass Einzellösungen Standard werden. Auch der Elektroindustrie ist zu 77 % die strategische Bedeutung von Losgröße 1 für das eigene Unternehmen bewusst.

Vernetzte Industrie-4.0-Lösungen punkten bei kleinen und kleinsten Losgrößen durch ihre enorme Flexibilität und minimale Umrüstzeiten: Umprogrammieren statt umbauen heißt hier das Motto. Dabei wird gerade die Feldebene zunehmend intelligenter, indem connected Komponenten eine Vielzahl von Funktionen integrieren (können), die sich wiederum per Software steuern lassen. Handling, Pick and Place und viele weitere Anwendungen moderner Automatisierung können dank fortgeschrittener Bilderkennung oft sogar weitgehend autonom agieren – auch bei wechselnden Formaten.

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