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Industrie 4.0

Der Stellenmarkt für 3D-Druck wächst rasant

Lange hat es gedauert, doch 2017 scheint die additive Fertigung endgültig den Durchbruch geschafft zu haben: Im Vergleich zum Vorjahr nahm das Stellenwachstum in der Branche um 88 % zu.

30.01.2018
David Schahinian
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Der Stellenmarkt für 3D-Druck wächst rasant (Foto: RTC)

Eine aktuelle Analyse von Joblift zeigt, dass den letzten beiden Jahren dank 3D-Druck mehr als 6.000 Stellen geschaffen wurden. „Von diesem Aufschwung profitierten vor allem Kleinunternehmen“, heißt es in der Auswertung. Sie inserierten 2017 mehr als doppelt so häufig wie noch im Vorjahr. Insgesamt betrug das durchschnittliche monatliche Wachstum an Stellenanzeigen in diesem Bereich in den letzten zwei Jahren 7 % – das allgemeine des deutschen Stellenmarktes lag „nur“ bei 3 %.

Die Standorte der inserierenden Unternehmen sprechen für eine Dezentralisierung der Branche, so ein weiteres Ergebnis der Analyse. Zwar bündelt München 15% aller neu ausgeschriebenen 3D-Druck-Stellen, doch auch in Hamburg und Berlin werden viele Experten gesucht. Zudem befinden sich drei der zehn wichtigsten Standorte in Städten mit unter 8.000 Einwohnern. Die beiden Unternehmen mit den meisten Stellenausschreibungen im 3D-Druck-Bereich 2017, die EOS GmbH und die DMG Mori AG , sitzen in Krailling und Bielefeld. Beides sind Lösungsanbieter für die Industrie. In der Hype-Curve-Logik von Gartner wäre die additive Fertigung damit auf einem guten Weg zum „Plateau of Productivity“: Mit 2.205 Inseraten wurden im Maschinen- und Anlagenbau die meisten Stellen im 3D-Druck geschaffen, gefolgt von der Automobilbranche (1.403), der Zahn- und Medizintechnik (1.343) sowie der Luft- und Raumfahrtbranche (1.289). Besonders gefragt waren Konstrukteure, Maschinenbauer und Programmierer.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) hatte bereits im September 2017 von einer „Revolution in Schichten“ gesprochen und 3D-Druck als möglichen Jobmotor bezeichnet. Um der zunehmenden Nachfrage nach additiv gefertigten Produkten gerecht zu werden, müssten produzierende Unternehmen aber häufig erst einmal neue Digitalkompetenzen aufbauen.