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Integrated Energy

Die Industrie arbeitet an einem offenen Gleichstromnetz

Eine smarte Netzinfrastruktur, aufgebaut auf Gleichspannungsnetzen, soll die Energiewende in der industriellen Produktion einläuten. Daran forschen Unternehmen und Institute gemeinsam im Projekt DC-INDUSTRIE.

04.12.2017
Michael Triadan
Weidmueller
Die Industrie arbeitet an einem offenen Gleichstromnetz (Grafik: Weidmüller Interface GmbH & Co. KG)

Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien arbeiten von Haus aus mit Gleichspannung, wandeln diese aber gegenwärtig vor der Verteilung in Wechselspannung. Das ist teuer und mit Energieverlust verbunden – und oft überflüssig. Denn rund 70 % des Energieverbrauchs in der industriellen Produktion entfallen auf Elektromotoren, für die die Wechselspannung der Energieversorger – abermals verlustbehaftet – wieder in Gleichspannung gewandelt werden muss.

Die naheliegende Alternative wäre, durchgehend mit Gleichstrom zu arbeiten . Daran arbeiten derzeit 21 Unternehmen aus der Industrie, vier Forschungsinstitute und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Projekt DC-INDUSTRIE . Zu diesem branchenübergreifenden Verbund gehören Größen wie Siemens und Daimler , mittelständische Namen wie Baumüller oder Weidmüller , die Fraunhofer-Institute IISB und IPA sowie die Hochschule Ostwestfalen-Lippe und die Universität Stuttgart . "Allein durch den Wegfall der vielen Stromwandler bei Antrieben, Ladeinfrastrukturen und Elektronik, die alle Gleichstrom benötigen, sind Energieeinsparpotenziale von 10 % realisierbar", erläutert Gunther Koschnick, Geschäftsführer des ZVEI-Fachverbands Automation .

Gleichstrom direkt vom Energieversorger war bis zum Ende des 19. Jahrhunderts übrigens die Norm. Die Erfindung des mit Wechselstrom betriebenen Transformators, mit dem sich jede gewünschte Spannung erzeugen ließ, änderte das. Nach rund 120 Jahren könnte sich das Blatt jetzt wieder wenden.

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