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Die Industrie hofft auf ein Südamerika-Abkommen

Die Unsicherheit angesichts von Strafzöllen lässt die Gewinnerwartungen erster Zulieferer bereits einbrechen. Der VDI hat bereits an die Politik appelliert und als Gegenprogramm den Abschluss eines Mercosur-Freihandelsabkommens angemahnt.

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Die Industrie hofft auf ein Südamerika-Abkommen (© CNI FIESC)

Anlässlich der Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage 2018 , die der Bundesverband der Deutschen Industrie gemeinsam mit dem Partnerverband Confederação Nacional da Indústria (CNI) in Köln ausrichtete, erinnerte BDI-Präsident Dieter Kempf an die Verhandlungen um ein Freihandelsabkommen mit Südamerika, namentlich mit den Mercosur-Staaten (Mercado Común del Sur), von denen Brasilien der mit Abstand wichtigste ist: „Fast zwei Jahrzehnte nach Beginn der Verhandlungen zwischen der EU und dem Mercosur müssen beide Seiten endlich den politischen Willen aufbringen, jetzt ein Abkommen abzuschließen.“

Ein Rahmenabkommen ist bereits seit 1999 in Kraft, aber die weiteren Verhandlungen stockten immer wieder, vor allem aufgrund von Unstimmigkeiten um Soja und Fleisch. Erst 2010 wurden die zwischenzeitlich ausgesetzten Gespräche wieder aufgenommen. Die spürbare Nähe eines handfesten Handelskriegs mit den USA haucht den Verhandlungen nun neues Leben ein, denn auch viele südamerikanische Länder sind von den US-Strafzöllen betroffen. Brasilien ist reich an Rohstoffen, konnte aber nicht die Erwartungen erfüllen, die man auf die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) als aufstrebende Volkswirtschaften gerichtet hatte. Nach einer Reihe von mageren Jahren zieht das Wirtschaftswachstum mit geschätzten 2,3 % wieder etwas an. Rund 1.600 deutsche Unternehmen sind derzeit in Brasilien aktiv.