Anzeige
HANNOVER MESSE 2018, 23. - 27. April
Wechseln zu:
Research & Technology

Die neuen Ghostbuster

Drei Studenten der Universität des Saarlandes machen Leitpfosten mit Sensoren so schlau, dass sie Geisterfahrer stoppen können - aktuell kämpfen die angehenden Ingenieure mit ihrem Prototyp "Ghostbuster" beim internationalen Studenten-Wettbewerb iCan in Peking um den Sieg.

24.11.2017
UNI_Saarland_Ghostbuster
UNI_Saarland_Ghostbuster

"Ghostbuster" ist im Kern ein solarbetriebenes Sensorsystem. Es soll Falschfahrer erkennen und den Fahrer wie auch andere Verkehrsteilnehmer unverzüglich warnen und zudem Polizei und Verkehrsfunk alarmieren. Das nach Aussage seiner Entwickler kostengünstige Frühwarnsystem kann in die Leitpfosten am Straßenrand installiert werden. "Das System erfasst im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos und erkennt, wenn sie in der falschen Richtung unterwegs sind", erläutert Daniel Gillo, der "Mikrotechnologie und Nanostrukturen" an der Saar-Uni studiert. Gemeinsam mit seinen Studienkollegen Benjamin Kirsch aus dem gleichen Fachbereich und Julian Neu, der Systems Engineering studiert, entwickelte der angehende Ingenieurwissenschaftler das Sensorsystem.

"Ein Infrarot-Bewegungssensor, der im oberen Teil des Leitpfostens integriert wird, erfasst jede Bewegung in einem Umfeld von etwa acht Metern. Dieser Sensor ist im Betrieb ständig aktiv, verbraucht aber wenig Energie. Die Stromversorgung läuft über Solarzellen", erklärt Daniel Gillo. Alle Messdaten der Sensoren landen in einem Mikro-Controller im Inneren des Leitpfostens, der kleiner als eine Streichholzschachtel ist: "Hier werden die Informationen ausgewertet und weiterverarbeitet. Verschiedene Filter verfeinern die Messergebnisse und machen sie noch eindeutiger", erläutert Benjamin Kirsch. Der Mikro-Controller steuert dann die weiteren Prozesse: "Es können Lichtsignale an Warnschildern ausgelöst werden, Notrufsignale gesendet oder Warnmeldung per SMS abgesetzt werden", führt Kirsch aus. "Je nachdem, wie weiter reagiert werden soll, können unterschiedliche Schnittstellen angesteuert werden. Das System lässt sich beliebig erweitern." Auf dem Uni-Campus hat das Sensorsystem verschiedene Tests bereits erfolgreich bestanden, auch erste Auszeichnungen erhielt es bereits: Im Juni dieses Jahres verliehen die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und das Bundesverkehrsministerium den Studenten den Deutschen Mobilitätspreis 2017. Aus rund 170 Bewerbungen wählte eine 16-köpfige Expertenjury ihr Projekt als eines von zehn "Leuchtturmprojekten für eine sichere Mobilität" aus. Nachdem sich die drei Studenten erfolgreich um ein EXIST-Gründerstipendium beim Bundeswirtschaftsministerium beworben haben, gründen sie nun auf dem Gründer-Campus Saar mit Unterstützung der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer KWT der Saar-Uni eine Firma. Wenn Gillo, Kirsch und Neu sich jetzt auch noch in Peking durchsetzen - beim Wettbewerb iCan beteiligen sich Studenten-Teams aus der ganzen Welt -, können sie vielleicht bald rund um den Globus Geisterfahrern buchstäblich entgegenwirken.

Universität des Saarlandes (D-66123 Saarbrücken)
Website: www.uni-saarland.de

Sollte es Probleme mit der Darstellung geben, klicken Sie hier.

spacer
Anzeige