HANNOVER MESSE 2019, 01. - 05. April
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Research & Technology

Die spinnen, die Saarländer!

Auf der HANNOVER MESSE 2018 stellt das Saarbrücker Leibniz-Institut für Neue Materialien INM das neue Verfahren des Elektrospinnens vor, bei dem feine Fasern so vernetzt werden, dass sich zukünftig auch auf gekrümmten und gebeugten Oberflächen unsichtbare Touch-Felder realisieren lassen.

23.04.2018
INM_Elektrospinning
INM Elektrospinning

Als die Röhrenbildschirme das Feld zugunsten von Flatscreens räumen mussten, wurde neben der weit geringeren Gehäusetiefe vor allem der verzerrungsfreie, vollkommen plane Bildschirm als Vorteil angesehen, was so durchaus bis heute gilt. Der Wunsch aber, Touchscreens und Displays zukünftig noch flexibler einsetzen und verbauen zu können, bedingt nun doch deren Biegung und Krümmung - und da stößt die Technik bisher noch auf Widerstände. Das beliebte Tippen und Wischen auf gebogenen Geräten funktioniert nämlich nur dann, wenn es gelingt, die bisher eingesetzten spröden Materialien wie Indium-Zinn-Oxid oder Silizium durch gleichwertige, flexible Werkstoffe zu ersetzen. Ganz weit vorne in der Lösungsfindung ist dabei das Saarbrücker Leibniz-Institut für Neue Materialien INM. Auf der HANNOVER MESSE 2018 stellt das Institut nun Materialien und Verfahren für das so genannte Elektrospinnen vor, mit dem sich unsichtbare Touch-Felder auf Oberflächen realisieren lassen.

"Das Neuartige an unserem Ansatz liegt in den Ausgangsmaterialien, die wir verwenden. Wir verarbeiten Polymere, Komposite aber auch Sole, die anschließend kalziniert werden. Je nach Ausgangsmaterial ist es möglich, sowohl intrinsisch leitfähige Fasern herzustellen, als auch solche, die in einem weiteren Schritt über eine Versilberung elektrisch leitfähig werden", erklärt Peter William de Oliveira, Leiter des Innovationszentrums am INM. Im Unterschied zu bisherigen Strukturierungsverfahren wie Stempeln oder Drucken ermöglicht das Elektrospinnen unstrukturierte leitfähige Vliese, deren Dichte hoch genug ist, um die elektrische Leitfähigkeit auf dem Substrat flächendeckend zu ermöglichen. Gleichzeitig ist die Anzahl an Faserkreuzungspunkten so gering, dass die Lichtstreuung auf unter zwei Prozent reduziert wird. Bei einer Stärke der Fasern, die gerade einmal dem Hundertstel eines menschlichen Haares entspricht, ist das Vlies für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar und erscheint transparent. Durch den netzartigen unsymmetrischen Aufbau des Vlieses fallen auch typische Beugungsphänomene weg, zum Beispiel störende Regenbogeneffekte.

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