HANNOVER MESSE 2019, 01. - 05. April
wechseln zu:
Arbeitswelt im Wandel

Die Zukunft vieler Jobs hängt am Antriebsstrang

Nach der Digitalisierung kommt schon der nächste Angstmacher für die Belegschaften: E-Mobility. Das Fraunhofer IAO sagt um den Power Train einen deutlichen Stellenabbau voraus, der VDMA rückt dagegen den Wandel insgesamt ins Blickfeld.

18.06.2018
HMI-ID06-009ds_FEV
Die Zukunft vieler Jobs hängt am Antriebsstrang (Foto: FEV Consulting)

75.000 Arbeitsplätze könnten in der Pkw-Antriebstechnik in Deutschland per Saldo bis 2030 aufgrund der Elektromobilität wegfallen. Insgesamt ist möglicherweise sogar jede zweite der derzeit 210.000 Stellen direkt oder indirekt betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO , die vom Verband der Automobilindustrie, der IG Metall sowie Herstellern und Zulieferern initiiert wurde. In die Ergebnisse ist schon eingerechnet, dass durch Komponenten wie Batterien oder Leistungselektronik auch rund 25.000 neue Stellen entstehen könnten. Der deutlich geringere Personalbedarf aufgrund der Elektrifizierung des Antriebsstrangs betreffe vor allem den Zuliefererbereich.

Grund zur Panik sehen die Beteiligten jedoch nicht. Die Herausforderung sei zwar groß, aber mit den richtigen Rahmenbedingungen zu bewältigen, sagte der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann . Prof. Dr. Oliver Riedel , Institutsdirektor am Fraunhofer IAO, rückte zudem die Verhältnisse zurecht: Der mögliche Arbeitsplatzverlust sei gemessen an den mehr als 44 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland gering. Trotzdem könnten die Folgen in einzelnen Betrieben oder Regionen beträchtlich sein.

Nur einen Tag nach der Veröffentlichung meldete sich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mit einer eigenen Studie zu Wort. Die genannten Zahlen böten nur ein verzerrtes Bild. Der Verband sehe mit dem Wandel vielmehr Chancen auf zukunftsfähige Arbeitsplätze verbunden. In den kommenden 15 Jahren werde die Hybridtechnologie – „also ein komplexerer Antriebsstrang als heute“ – insgesamt zu mehr Produktionsaufwand führen. Dieser werde eventuelle Jobverluste überkompensieren.