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Research & Technology

EHLA erweist sich als Ausweg aus dem Chromverbot

Das Extreme Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen bietet eine wirtschaftliche Alternative zu der seit September 2017 verbotenen Hartverchromung.

16.01.2018
Roland Ackermann
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EHLA erweist sich als Ausweg aus dem Chromverbot (Foto: Fraunhofer ILT)

Chromschichten sollen Bauteile vor Korrosion und Verschleiß bewahren, doch darf hexavalentes Chrom dafür nur noch in Ausnahmefällen verwendet werden. Denn das gängige Hartverchromen verbraucht viel Energie, und Chrom schädigt die Umwelt. Fraunhofer- und RWTH-Forscher haben darum eine wirtschaftliche Alternative zur Chrombeschichtung entwickelt: EHLA (Extremes Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen).

Dabei schmilzt der Laser die Pulverpartikel der Beschichtung schon oberhalb des Schmelzbades auf, sodass man die das Bauteil deutlich weniger tiefgehend erhitzen muss (nur im Mikrometerbereich). Das Verfahren kann daher auch hitzeempfindliche Komponenten beschichten, ermöglicht neue Materialpaarungen und eignet sich ebenso für größere Bauteile. EHLA arbeitet außerdem ressourceneffizient (90 % des Materials werden verwertet), schneller (50–500 m Vorschub pro Minute) und feiner (25–250 μm dünne Schichten). Die Beschichtung ist dicht, ohne Poren oder Risse und stoffschlüssig mit dem Grundwerkstoff verbunden, sodass sie nicht mehr abplatzen kann. Statt Chrom(VI) werden Eisen-, Nickel- und Kobaltbasislegierungen verwendet.

Der Werkzeugbauer Trumpf hat bereits damit begonnen, EHLA in seine Lasermaschinen zu integrieren, auch der niederländische Hydraulikzylinderhersteller IHC Vremac Cylinders hat schon vom thermischen Spritzen auf EHLA umgestellt.

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