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Research & Technology

Ein Infrarotluftballon gibt Robotern Fingerspitzengefühl

Die besten Entwicklungen für Mensch-Maschine-Schnittstellen nehmen beide Seiten in den Blick: den Anwender und seine Bedürfnisse ebenso wie die Technik und ihre Möglichkeiten.

03.03.2018
Roland Ackermann
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Ein Infrarotluftballon gibt Robotern Fingerspitzengefühl (Chart: HCI Group, Saarland University)

Jüngstes Beispiel für diese Vorgehensweise ist der neue, am Saarland Informatics Campus entwickelte DeformWear -Sensor. Unter der Führung von Prof. Dr. Jürgen Steimle hat das Exzellenzcluster Multimodal Computing and Interaction , eine Kooperation der Universität des Saarlandes mit dem Max-Planck-Institut und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, einen winzigen Schalter entwickelt, der anders funktioniert als gängige Eingabegeräte: Der nur 10 mm große Sensor ist wie ein Luftballon verformbar, er lässt sich in alle Richtungen bewegen, hinein- und zusammendrücken und zusätzlich nach rechts, links, oben und unten schieben. Von innen strahlt eine Infrarot-LED die veränderbare Membran an. Das Licht wird reflektiert und von vier Fotodioden gemessen. Aus diesem Messwert lässt sich berechnen, wie der Sensor gerade verformt wird.

Entstanden ist diese Entwicklung aus der Forschung an intuitiven Steuerungen über die menschliche Haut. Daraus entsprang die Idee, Robotergreifer mit vergleichbar sensitiver Wahrnehmung zu versehen. Nun zeigt sich, dass der nur stecknadelkopfgroße Sensor wiederum dem menschlichen Bedürfnis nach intuitiver Steuerung stark entgegenkommt. Deshalb erwägt man am Saarland Informatics Campus derzeit, wie Wearables und andere Mobillösungen davon profitieren könnten . Die Ergebnisse daraus könnten dann abermals im industriellen Einsatz wertvoll werden, etwa bei der Maschinensteuerung oder im Umgang mit kollaborativen Robotern.

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