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Industrial Supply

Ein Wiener Start-up bringt den 3D-Druck auf 120 Grad

Bei der additiven Fertigung kommt es auf Präzision, Oberflächenqualität und gute Materialeigenschaften an. Bisherige Verfahren schwächeln aber mitunter in einer der Disziplinen. Die TU Wien und ihre Ausgründung Cubicure wollen mit Hot Lithography Abhilfe schaffen.

28.03.2018
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Ein Wiener Start-up bringt den 3D-Druck auf 120 Grad (Foto: Cubicure GmbH)

Bisher sei es schwierig gewesen, alle technischen Anforderungen der Industrie gleichzeitig zu erfüllen, heißt es bei der Technischen Universität Wien . Ein Beispiel ist das Stereolithografieverfahren (SLA), bei dem flüssiges Harz gezielt ausgehärtet wird. Die eingesetzten Materialien sind aber spröde und können ihre Form bei hohen Temperaturen nicht gut halten. Neuartige Harze des Spin-offs Cubicure sollen Probleme wie diese lösen. Dessen Lösung liegt in der Verarbeitungstemperatur: Bei SLA werden die Bereiche, die ausgehärtet werden sollen, mit einem speziellen Laser bearbeitet; er löst eine chemische Reaktion aus, die das Harz an den richtigen Stellen härtet. Cubicure lässt diesen Prozess bei bis zu 120 °C stattfinden, sodass man auch hochviskose Spezialharze dazu verwenden kann. Daher der Name: Hot Lithography . Danach sind die Harze hart, hitzebeständig bis 75 °C und stoßfest.

Das Unternehmen sieht Anwendungspotenzial unter anderem im Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt, in der Elektro- und Elektronikindustrie oder im Maschinenbau. Das Verfahren wird Cubicure als Partner der österreichischen Wirtschaftskammer auf der Hannover Messe 2018 in Halle 5 am Stand D18 präsentieren. Doch auch andere Anbieter arbeiten an der Optimierung von 3D-Harzen. So hat das Hennefer Unternehmen Druckwege 2017 ein eigenes UV-sensitives Kunstharz auf den Markt gebracht. Es ist an DLP-Lichtquellen angepasst und erlaubt nach Herstellerangaben "extrem schnelle" Aushärtungsvorgänge von 5 bis 6 s bei Schichten von 150 μm.