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Energieeffiziente E-Motoren: Da geht noch was

Seit 1. Januar 2015 gelten neue Energieanforderungen für Elektromotoren. Einer altbewährten Technik verleiht das neuen Schub.

09.01.2015
LÖSCHEN_Motoren und Maschinen auf Stromdiät

Seit bald zwei Jahrhunderten verrichten Elektromotoren ihren Dienst. Genug Zeit für eine Technik, um komplett auszureifen … Sollte man meinen.

Als jedoch Europas Regierungschefs im Jahr 2007 beschlossen, den Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu drücken, erhielt die Entwicklung des E-Motors einen neuen Anstoß. Mit der Ökodesign-Richtlinie und Energieverbrauchskennzeichnungs-Richtlinien sorgt die EU seit 2009 dafür, dass nur noch effiziente Produkte auf den Markt kommen: z.B. Kühlschränke, Computer, Pumpen, vor allem aber Motoren. Einer Kurzstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge entfielen schon im Jahr 2012 die mit Abstand höchsten Endenergieeinsparungen bei den bis 2010 nach Ökodesign regulierten Produktgruppen auf Elektromotoren.

Doch die Entwicklung ist längst nicht am Ende. Zum 1. Januar 2015 hat die EU neue Energieanforderungen für Elektromotoren eingeführt. Danach müssen E-Motoren von 0,75 bis 5,5 kW mindestens den IE2-Standard erfüllen, Motoren von 7,5 bis 375 kW sogar den strengsten Standard IE3. Es ist die zweite von drei Phasen, in der ineffiziente Motoren vom Markt verschwinden sollen.

Auf die Industrie hat das enorme Auswirkungen. Denn immer mehr Maschinen werden elektrisch angetrieben: Pumpen, Transportbänder, Belüftungsanlagen, natürlich auch Roboter. Zwar lassen die Ökodesign-Regeln zu, dass IE2-Motoren zwischen 7,5 und 375 kW weiter verwendet werden dürfen, wenn sie Frequenzumrichter besitzen. Da aber der größte Teil des Energieverbrauchs der Industrie auf E-Motoren entfällt, nutzen viele Anwender freiwillig das gigantische Sparpotenzial der neuen effizienten Modelle.

Der Innovationsschub, den die EU-Richtlinien in der Antriebstechnik ausgelöst haben, wird auf zwei Leitmessen der HANNOVER MESSE besonders deutlich: Sowohl die Hallen 14 und 15 der Industrial Automation als auch die Hallen 24 und 25 der Motion, Drive & Automation geben einen kompletten Überblick über die innovativen Lösungen der elektrischen Antriebstechnik. Vom Getriebemotor über die Antriebselektronik, Steuerungen und Software bis hin zu individuellen Antriebslösungen wird das gesamte Spektrum präsentiert.

Auch das Forum Industrial Automation in Halle 14 macht den E-Motor zum Gegenstand. Neben den Energieeffizienzklassen steht in dem neuen Forum auch die Rolle elektrischer Antriebe in der Industrie 4.0 zur Diskussion. Der Elektromotor, so scheint es, hat nicht nur eine lange Vergangenheit, sondern auch eine große Zukunft.

MDA

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