HANNOVER MESSE 2019, 01. - 05. April
wechseln zu:
Sektorkopplung

Flexible Rotorblätter laufen auch bei Windböen weiter

Über 30.000 Windenergieanlagen gibt es in Deutschland. Und je größer die Rotorblätter werden, desto schwieriger wird es für die Technik, auf wechselnde Windgeschwindigkeiten zu reagieren.

01.04.2018
HMI-ID03-058ts_Smartblades_02
Flexible Rotorblätter laufen auch bei Windböen weiter (Foto: Projekt SmartBlades2)

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellte bereits auf der Hannover Messe 2016 erste Ergebnisse des Projekts SmartBlades vor. Nun geht das Verbundforschungsvorhaben in die zweite Runde: Im Projekt SmartBlades2 entwickeln Forscher zusammen mit Partnern aus der Industrie eine Biegetorsionskopplung (BTK) für Rotorblätter von großen Windkraftanlagen. Die passiv arbeitende Kopplung ist in der Lage, sich den schnell veränderlichen Windgeschwindigkeiten und den dabei wirkenden enormen Kräften anzupassen. Die Windkraftanlage kann so ihr Potenzial optimal ausschöpfen, und der Verschleiß beschränkt sich auf ein Minimum. In der bislang verbreiteten Form reagieren Rotorblätter relativ langsam. Bei Rotorblättern von 85 m Länge können die Kräfte in 200 m Höhe jedoch selbst bei einer einzigen Umdrehung zwischen oben und unten schwanken. Bei starken Böen müssen konventionelle Windkraftanlagen daher bislang heruntergefahren werden.

Das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES und das DLR kooperieren bei SmartBlades2 mit privaten Partnern aus der Industrie (unter anderem mit Henkel und SSB Wind Systems ) sowie mit weiteren Forschungseinrichtungen wie dem Zentrum für Windenergieforschung ForWind der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen. Getestet werden die neuen Rotorblätter derzeit auf dem Gelände des Fraunhofer IWES in Bremerhaven. Das Institut wird die Blätter allerdings nicht selbst produzieren, sondern vermittelt das gewonnene Wissen an die heimische Industrie. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt mit 15,4 Millionen Euro.