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Energy

Fokus auf Ladeinfrastruktur: wie Speicher-Profis mobil machen

In der Diskussion um die Energie- und Mobilitätswende gewinnen die Themen Ladeinfrastruktur, Batterien und Speicher immer mehr an Bedeutung. Somit bekommen sie auch besonders viel Raum in Halle 27.

22.12.2016
Ladeinfrastruktur

Das Energiesystem der Zukunft ist dezentral , regenerativ und vernetzt – zumindest in Deutschland. Doch die Stromerzeugung mit Wind und Sonne unterliegt Schwankungen, ebenso wie der Verbrauch. Um beides zu harmonisieren, sind Energiespeicher ebenso nötig, wie ein intelligentes Energieflussmanagement.

An einem Projekt, das beides beinhaltet, ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt. "Wir entwickeln aktuell einen Großspeicher im Rahmen des Projektes EnergyLab 2.0", erklärt Nicolaus Lemmertz, Gruppenleiter Systemtechnik am KIT, das seine Lösungen in Halle 27 der Energy 2017 präsentiert.

Im EnergyLab 2.0 erforschen verschiedene Helmholtz Institute das Zusammenspiel der Komponenten künftiger Energiesysteme. Auch neue Ansätze zur Stabilisierung der Energienetze werden realitätsnah erprobt. Ein Anlagenverbund verknüpft elektrische, thermische und chemische Energieströme sowie neue Informations- und Kommunikationstechnologien. "Unser Forschungsziel ist es, Transport, Verteilung, Speicherung und Nutzung des Stromes zu verbessern und so die Grundlage für die Energiewende zu schaffen", so Lemmertz.

Im Rahmen des EnergyLab 2.0 wird in Karlsruhe der seriennahe Prototyp eines Lithium-Ionen-Großspeichers aufgebaut. Er vereint hohe Energiedichte mit kostenoptimiertem Design: Die Basis bilden Batteriemodule aus der Serienproduktion von kommerziellen Heimspeichern sowie ein innovatives Kühlkonzept. Die thermische Bauteilaktivierung des Betongebäudes sowie die Nutzung des Grundwassers zur Temperierung (Kühlen und ggf. Heizen) der Batterien minimieren die Betriebs- und Wartungskosten des Systems und sorgen für eine lange Lebensdauer des Speichers.

Mit einer Speicherkapazität von bis zu 1,5 MWh und einer Leistung von bis zu 1,8 MW kann der Speicher für die Bereitstellung von Primärregelleistung, zum Tag-Nacht-Ausgleich oder für industrielle Anwendungen genutzt werden. Je nach Anwendung lässt er sich mit Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen oder anderen Batterietechnologien kombinieren und zeigt damit, welche Rolle Speicher im Energiesystem der Zukunft spielen können.

Auf der Energy 2017 zeigt sich der Bedeutungsgewinn der Speicher- und Batterietechnologien deutlich: Namhafte Aussteller wie GP JOULE, CE+T Power aus Belgien oder EnBW (am Baden-Württemberg-Gemeinschaftsstand) versammeln sich im jährlich wachsenden Bereich Mobility & Storage, in dem insbesondere auch Ladeinfrastrukturlösungen präsentiert werden. Alleine auf dem renommierten Gemeinschaftsstand Hydrogen + Fuel Cells + Batteries werden mehr als 150 Anbieter aus über 25 Ländern erwartet. Die USA sind wie im Vorjahr stark vertreten. Zu den zahlreichen neuen Ausstellern am Gemeinschaftsstand zählt BMW.

Weitere Speicherlösungen finden sich im benachbarten Ausstellungsbereich MobiliTec , im angegliederten MobiliTec Forum und im Testparcours auf dem Freigelände.

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