HANNOVER MESSE 2019, 01. - 05. April
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Research & Technology

Ich sehe was, was Du nicht siehst!

Auf Basis von Millimeterwellen hat das Fraunhofer Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) ein kompaktes W-Band-Radar entwickelt, mit dessen Hilfe sich unter anderem verpackte Güter gefahrlos durchleuchten lassen, um deren Inhalt zu prüfen.

22.08.2018
Fraunhofer_IAF_GF1-Materialscanner
Fraunhofer IAF GF1-Materialscanner

Sehen, was dem menschlichen Auge normal verborgen bleibt. Den Durchblick bewahren, wo optische Sensoren an ihre Grenzen stoßen. Radare sind in der Lage, das nicht Sichtbare sichtbar zu machen. Basierend auf Millimeterwellen durchdringen sie nicht nur Nebel und Rauch, sondern auch Kunststoffe, Pappe, Holz oder Textilien - und öffnen so den Blick dafür, was sich jeweils dahinter befindet. Forscher des Fraunhofer IAF haben sich die einzigartigen Eigenschaften von Millimeterwellen jetzt zunutze gemacht und ein kompaktes W-Band-Radar entwickelt, das sich ideal für den Einsatz in der Industriesensorik eignet: Es durchleuchtet verpackte Güter und gibt präzise Auskunft über deren Inhalt. Den Einsatz dieses Radars in industrieller Umgebung präsentierten die Freiburger Forscher erstmals auf der HANNOVER MESSE 2018 im Rahmen des Auftritts der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland.

Das vom IAF entwickelte W-Band-Radar erinnert in seiner Funktionsweise an ein Röntgengerät, das einen Blick in den menschlichen Körper ermöglicht. Doch im Gegensatz zu den Röntgenstrahlen sind die vom Fraunhofer-Radar ausgesendeten kurzwelligen Strahlen gesundheitlich völlig unbedenklich. Selbst die Sendeleistung eines Handys ist hundertmal größer als die des W-Band-Radars. Die beeindruckenden Eigenschaften des kompakten Radarmoduls bieten aber auch über die genannte Industriesensorik hinaus eine breite Anwendungspalette: "Überall dort, wo eine berührungsfreie Materialprüfung, eine Kontrolle von verpackten Waren oder hoch präzise Abstandsmessungen unter schwierigen Bedingungen wie etwa eingeschränkter Sicht gefordert sind, kann das Radar eingesetzt werden", erläutert Christian Zech vom Fraunhofer IAF. Derzeit laufen gleich mehrere Projekte, bei denen es unter anderem um den Sicherheitsaspekt in der Mensch-Maschine-Kollaboration, den Einsatz des Radars in der rauen Umgebung eines Stahlwerks sowie eine sichere Landehilfe für Hubschrauber geht.

Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF (D-79108 Freiburg)
Website: www.iaf.fraunhofer.de/

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