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Internet der Energie: Wie sieht der Energiemarkt der Zukunft aus?

Die Digitalisierung ist branchenübergreifend auf dem Vormarsch und wird auch die Energiebranche komplett verändern. Das Energiesystem der Zukunft wird über intelligente Kommunikationsnetze von der Produktion bis hin zum Verbrauch regel- und steuerbar sein. Wie der Energiemarkt sich künftig verändern, welche Faktoren einen entscheidenden Einfluss haben werden und wo neue Wertschöpfung entsteht, diskutierten Experten auf der HANNOVER MESSE im April 2016.

12.09.2016

Laut Christian Arnold stecken wir noch in der Präindustrialisierung der digitalen Energiezukunft. Der Managing Director von EWE arbeitet an enera, einem von der Bundesregierung geförderten Modellprojekt für das Smart Grid. Ein vielfältiges Netzwerk aus klassischen Unternehmen der Energiebranche und neuen Playern arbeitet dabei eng zusammen. "Fragen der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit stellen sich jetzt neu", so Arnold.

Siemens-Mann Dr. Rolf Helmes ergänzte: "Deutschland ist ein Testlabor für das Smart Grid. Die Welt schaut auf uns." Nun sei die Chance, hierzulande künftig weltweit geltende Standards zu entwickeln. Dabei müssten Experten aber genau prüfen, welche Standards sinnvoll sind: So seien die BSI-Sicherheitsvorschriften zwar sehr gut, aber auch enorm aufwendig umzusetzen und nicht überall notwendig. Hier müsse man die Anwendungsfälle exakt prüfen.

Dr. Jörg Benze von T-Systems Multimedia Solutions denkt bereits an eine Peer-to-Peer-Zukunft. Vielleicht gäbe es bald gar keine Großkraftwerke mehr, sondern nur noch unzählige Einzelproduzenten, die Energien produzieren. IT kümmert sich um die intelligente Verteilung. Und genau hier kommen IT-Dienstleister wie Google ins Spiel.

In der Google Cloud könnten Unternehmen beispielsweise Smart-Meter-Daten zentral verarbeiten. Sein Unternehmen sehe sich daher als IT-Partner der Energiebranche, sagte Marc Ritter, Energy-Experte des Softwaregiganten. In der Cloud ließen sich Nutzeranalysen durchführen und so letztlich individuellere Produkte anbieten. "Sind wir ehrlich: Wir wissen heute praktisch nichts über unsere Kunden", bestätigte Arnold. "Die Anforderungen ändern sich und wir müssen uns in kürzester Zeit neu erfinden, wenn wir unsere Kunden weiterhin erreichen wollen."

Aus Kundensegmenten sollen individuelle Angebote werden. Was möglich ist, zeigt ein Demoprojekt, das Google in den USA gestartet hat: Nutzer können die Adresse ihres Hauses eingeben und erfahren auf einen Blick, wie groß die jährliche Sonneneinstrahlung ist und welche Einsparpotenziale durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen entstehen.

Für die gesamte Energiebranche bietet die Digitalisierung damit völlig neue Chancen für zusätzliche Wertschöpfung. Ideen, Technologien und Lösungen werden auf der HANNOVER MESSE 2017 vorgestellt.

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