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Integrated Energy

Internet der Energie: Wie sieht der Energiemarkt der Zukunft aus?

Damit die Energiewende gelingt, müssen alle Player der Branche zusammenarbeiten - und auch solche aus vermeintlich fremden Branchen. Welche Rolle spielt Google? Und wie weit sind die klassischen Stromversorger? Das diskutierten die Experten heute im Forum Smart Grids in Halle 13.

25.04.2016
Integrated Energy

"Wir stecken noch in der Präindustrialisierung der digitalen Energiezukunft", bremste Christian Arnold gleich zu Beginn die Erwartungen. Der Managing Director von EWE arbeitet an enera, einem von der Bundesregierung geförderten Modellprojekt für das Smart Grid. Ein vielfältiges Netzwerk aus klassischen Unternehmen der Energiebranche und neuen Playern arbeitet dabei eng zusammen. "Fragen der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit stellen sich jetzt neu", so Arnold.

Siemens-Mann Dr. Rolf Helmes ergänzt: "Deutschland ist ein Testlabor für das Smart Grid. Die Welt schaut auf uns." Nun sei die Chance, hierzulande künftig weltweit geltende Standards zu entwickeln. Dabei müssten Experten aber genau prüfen, welche Standards sinnvoll sind: So seien die BSI-Sicherheitsvorschriften zwar sehr gut, aber auch enorm aufwendig umzusetzen und nicht überall notwendig. Hier müsse man die Anwendungsfälle exakt prüfen.

Großversorger bald unnötig?

Dr. Jörg Benze von T-Systems Multimedia Solutions denkt bereits an eine Peer-to-Peer-Zukunft. Vielleicht gäbe es bald gar keine Großkraftwerke mehr, sondern nur noch unzählige Einzelproduzenten, die Energien produzieren. IT kümmert sich um die intelligente Verteilung. Und genau hier kommen IT-Dienstleister wie Google ins Spiel.

In der Google Cloud könnten Unternehmen beispielsweise Smart-Meter-Daten zentral verarbeiten. Sein Unternehmen sehe sich daher als IT-Partner der Energiebranche, sagte Marc Ritter, Energy-Experte des Softwaregiganten. In der Cloud ließen sich Nutzeranalysen durchführen und so letztlich individuellere Produkte anbieten. "Sind wir ehrlich: Wir wissen heute praktisch nichts über unsere Kunden", bestätigte Arnold. "Die Anforderungen ändern sich und wir müssen uns in kürzester Zeit neu erfinden, wenn wir unsere Kunden weiterhin erreichen wollen."

Google sucht nach Partnern

Aus Kundensegmenten sollen individuelle Angebote werden. Was möglich ist, zeigt ein Demoprojekt, das Google in den USA gestartet hat: Nutzer können die Adresse ihres Hauses eingeben und erfahren auf einen Blick, wie groß die jährliche Sonneneinstrahlung ist und welche Einsparpotenziale durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen entstehen.

Das Credo der Gesprächsrunde war klar: Im Energiemarkt der Zukunft muss jeder Teilnehmer eng zusammenarbeiten. Und die Herausforderung ist es nun, die unterschiedlichen Anforderungen der elektrischen und der elektronischen Welt zusammenzuführen.

Noch bis Freitag, 29. April, stehen Themen rund um den Energiemarkt von morgen im Forum Smart Grids auf dem Programm.
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