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Research & Technology

Leipziger haben ein Händchen für den Reha-Bereich

Heilen durch Handauflegen 2.0 - so könnte man umschreiben, was HTWK-Studenten mit ihrer Open-Source-Handorthese auf der HANNOVER MESSE 2017 präsentieren: Einen Reha-Handschuh aus dem 3-D-Drucker!

24.04.2017
HTWK Leipzig Exohand

Leider ist für viele Menschen auf der Welt moderne Medizintechnik immer noch unerschwinglich. Nicht zuletzt deshalb übertrugen zwei Maschinenbau-Studenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) die Open-Source-Idee auf den Reha-Bereich und entwickelten den Prototyp einer aktiven Orthese für die Handrehabilitation. Auf der HANNOVER MESSE 2017 stellen sie nun ihre "Exohand" vor, die wie ein Handschuh getragen wird und per Motor die einzelnen Finger beugen und strecken kann. Dank dieser maschinellen Unterstützung soll Patienten, die Bewegungsstörungen an der Hand haben - beispielsweise wegen eines Schlaganfalles oder einer Operation -, dabei geholfen werden können, die Beweglichkeit ihrer Hand wiederherzustellen.

"Die Exohand lässt sich mit Bauteilen aus dem 3-D-Drucker und zugekaufter handelsüblicher Mechanik ganz einfach zusammenbauen", erklärt Maschinenbau-Ingenieur Frank Schmidt, der seit zwei Jahren gemeinsam mit seinem Kommilitonen Michael Sanne an der Orthese arbeitet. Betreut werden beide von Mechatronik-Professor Detlef Riemer. Zur HANNOVER MESSE 2017 bringen die Studenten die bereits dritte Entwicklungsstufe der Exohand mit, deren Bauanleitung und Software zu den Reha-Geräten die Studenten im Internet frei verfügbar machen wollen. So müssten dank Rapid Prototyping die Produktionskosten für den Anwender 250 Euro pro Exemplar nicht übersteigen. "Wir wollen, dass der Zugang zu medizinischen Produkten nicht davon abhängt, wo man geboren wurde", betont Frank Schmidt. "In Deutschland zahlt die Krankenkasse die Kosten für notwendige Rehamaßnahmen. Aber in vielen Ländern dieser Welt sind Hightech-Medizinprodukte für die Mehrheit der Menschen unerschwinglich. Doch mittlerweile gibt es weltweit so genannte Fablabs oder MakerSpaces, in denen die Menschen 3-D-Drucker nutzen können. Unsere Exohand könnte man sich dort selbst zusammenbauen." Entwicklern, potenziellen Partnern und Investoren.

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