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Industrial Supply

Oberflächentechnik glänzt ohne Chrom-VI

Grüne Beschichtungstechnologien sowie Energie- und Ressourceneffizienz sind die großen Schwerpunkte in der neuen "Welt der Oberfläche".

03.03.2015
Industrial Supply1

"Gestalten Sie den Wechsel zur grünen Beschichtungstechnologie mit" – so lädt der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO) zum Besuch der "Welt der Oberfläche" ein. Auf dem ZVO-Gemeinschaftsstand der Leitmesse SurfaceTechnology demonstrieren rund 50 Aussteller den neuesten Entwicklungsstand der Oberflächentechnologie. Ein Leitthema dabei ist die Optimierung und Vernetzung der Planungs- und Fertigungsprozesse, ein anderes die höchstmögliche Effizienz bei der Energie- und Ressourcennutzung.

"Schließlich geht es um nicht weniger als um die Gestaltung einer umwelt- und ressourcenschonenden Zukunft innerhalb von hochvernetzten Produktionsverfahren der Industrie 4.0"

Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO)

Auch die Entwicklung neuer Chemikalien, die den steigenden Umweltanforderungen genügen, beschäftigt derzeit die Branche. So ist die Nachfrage nach chromglänzenden Oberflächen in der Automobilindustrie zwar ungebrochen, die europäische REACH-Verordnung allerdings verlangt mittelfristig Alternativen für das kritische Chrom-VI. Die Substitution von Chromtrioxyd durch Chrom-III oder andere Stoffe ist deshalb Thema mehrerer Exponate: So stellt die BASF ionische Flüssigkeiten als Ersatz für die Chrom-Schwefelsäure-Vorbehandlung auf Kunststoffen vor. Coventya aus Gütersloh zeigt Chrom-VI-freie Beizen für ABS-Kunststoffe sowie das Chrom-VI-frei applizierte System Strata für dekorativen Korrosionsschutz. Auch Vopelius, ein Marktführer für Chromprodukte, präsentiert eine breite Palette an Rohstoffen für dreiwertiges Verchromen. Und der Berliner Verfahrenslieferant Atotech hat sich sogar verpflichtet, alle gefährlichen Chemikalien in seinen Produkten zu ersetzen, "um den Wechsel zu grünen Beschichtungstechnologien anzuführen."

Doch nicht nur ökologische Motive bewegen die Galvano- und Beschichtungsindustrie. Auch wirtschaftlich ist eine Reduktion des Verbrauchs von Rohstoffen, Energie und Wasser "mehr als geboten", wie der ZVO anmerkt. Ansatzpunkte dazu gebe es über die gesamte Prozesskette. Laut H2O, Spezialist für die Aufbereitung industrieller Abwässer, liegt die Antwort auf die Frage nach der Wirtschaftlichkeit in einer effektiven und sicheren Vorbehandlung der zu beschichtenden Teile. Durch Kreislaufführung der Reinigungsflüssigkeiten und Destillation im ClearTec-Verfahren reduziert H2O Kosten und Umweltbelastung gleichermaßen. "Abwasserfreie Produktion" heißt auch die Devise bei Antech-Gütling Wassertechnologie, die mit ihrer neuen Baureihe der Verdampfertechnologie Evaled zudem den Energieverbrauch senkt.

In der energieintensiven Oberflächentechnik gilt Energieeffizienz als wichtiger Aspekt bei der Entwicklung neuer Anlagen. Der Pumpenbauer Sondermann zeigt deshalb kompakte Magnetpumpen und energieeffiziente Mehrfrequenztechnik, mit der sich "durch stufenlose Anpassung der Förderleistung leicht einige tausend Euro pro Jahr an Betriebskosten einsparen" lassen, wie das Unternehmen versichert. Das Ilmenauer Unternehmen ICOM ist mit drei intuitiv bedienbaren Programmsystemen zur Abwassersteuerung präsent. Die Metzka GmbH, Hersteller von Galvano-, Leiterplatten- und Spezialanlagen, stellt neue Wärmerückgewinnungssysteme und Wärmetauscher am Gemeinschaftsstand vor.

Auf selektive Beschichtung zur Ressourcenschonung setzt die Kerpener AHC Oberflächentechnik. Mit ihrem Lasox-Coat-Verfahren schützt sie Aluminiumbauteile nur an den später belasteten Stellen mit einer verschleißfreien Oxidschicht, und zwar ausschließlich mittels Laser und Sauerstoff. Als weiteres selektives Verfahren zeigt AHC die partielle Hartverchromung von Bauteilen aus unlegiertem oder gehärtetem Stahl.

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