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Digital Factory

PLM-Systeme machen es möglich

Management des digitalen Produktzwillings wird künftig Kern des Produktgeschäfts

19.01.2017
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Industrie 4.0 und das Internet der Dinge – brauchen wir in der digitalen Zukunft noch Systeme für Produkt-Lebenszyklus-Management (PLM)? Da könnte man gleich fragen, ob wir dann noch CAD-Systeme benötigen. Oder Software zum Anfertigen einer Auftragsbestätigung. Natürlich wird die Industrie auch in Zukunft IT zur Unterstützung ihrer Prozesse einsetzen. Sogar noch intensiver und konsequenter als bisher. PLM ist ein gutes Beispiel dafür.

Wenn künftig das Entscheidende an einem Industrieprodukt ist, wie gut es mit dem Internet und anderen Produkten vernetzt werden kann, wie gut über das Produkt Dienstleistungen angeboten werden können, dann wird es noch wichtiger als heute, auf die gesamten Daten aus seiner Entstehung in ihrer aktuellen Version zugreifen zu können.

In diesen Produktdaten steckt sein ganzes Wesen: seine Geometrie, seine Funktionsweise, sein Verhalten, seine Solldaten, seine Möglichkeiten. Niemand außer dem Hersteller hat diese Daten. Dagegen kann im Prinzip jeder Mensch Daten aus der Nutzung, aus dem Betrieb sammeln, um sie zu analysieren und daraus einen Dienst abzuleiten, der dem Nutzer etwas wert ist. Zur Kombination von originalen Herstellerdaten und solchen aus dem Betrieb ist nur der Produzent in der Lage. Deshalb sind sie ein Juwel. Sie können den besonderen Dienst begründen, den niemand außer dem Hersteller anzubieten vermag.

Nur wer weiß, welche Drehzahl für den Motor optimal ist, kann während des Betriebs aus abweichenden Messungen den bestmöglichen Schluss ziehen. Nur wer die Software für die Steuerung entwickelt hat, kennt den besten Weg, solche Schlussfolgerungen schnellstmöglich umzusetzen. Und noch ein Stück weiter in die Zukunft der Industrie-Cloud gedacht: Wer auf die Daten einer großen Zahl weltweit verteilter Produkte gleicher oder ähnlicher Bauart zugreifen und sie mit den Herstellerdaten vergleichen kann, dessen Dienste werden für seine Kunden von ganz besonderem Wert sein.

Industrieunternehmen, die diesen Zusammenhang verstanden haben, bieten bereits solche Dienstleistungen an. Die Bosch IoT Suite, die MindSphere Siemens Cloud for Industry oder mozaiq von ABB , Bosch und Cisco sind Beispiele, die auch auf der HANNOVER MESSE 2017 Besucher anziehen werden. Diesen Unternehmen muss man die Bedeutung des Kürzels PLM nicht erklären. Sie haben entsprechende Software installiert.

Es gibt also nicht nur weiterhin Bedarf an PLM und anderer Industriesoftware. Der Bedarf wird immer dringender. Wer seinen Händlern und damit seinem Produktgeschäft den besten Dienst erweisen will, wer seine Kunden und die Endverbraucher langfristig an sich binden will, muss nicht nur bis zur Produktion über ein digitales Modell seines Produktes verfügen, sondern weit darüber hinaus.

Im Internet der Dinge endet die industrielle Wertschöpfung nicht mit dem Verkauf des Produktes. Bei immer mehr Produkten fängt sie dann erst richtig an. Wenn das Produkt genutzt wird, der Nutzer darüber Dienstleistungen in Anspruch nimmt und sich mit dem Produkt in der Welt vernetzt. PLM muss deshalb künftig bis ins Internet der Dinge gedacht werden. Wer es nicht hat, wird es schmerzlich vermissen.

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