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Visualisierung: Auch Roboter sehen räumlich

Dank industrieller Bildverarbeitung können Roboter und andere Maschinen nicht nur sehen, sondern auch be- und zugreifen. In Halle 17 rücken die Marktführer der Visualisierung ihre neuen Systeme ins Licht.

15.02.2017
Roboter sehen räumlich

Ob Qualitätsprüfung, Produktidentifizierung, Produktsortierung oder Roboternavigation – die industrielle Bildverarbeitung ist ein elementarer Bestandteil der Fertigung geworden. Machine Vision imitiert das menschliche Auge und macht so das 3D-Sehen seiner Systeme möglich. Was Visualisierung für die moderne Robotik und Automation bedeutet, wird in Halle 17 der Industrial Automation deutlich. Insbesondere im Application Park Robotics, Automation & Vision , dem Zentrum für Roboterhersteller, Systemhäuser und industrielle Bildverarbeitung bauen Visualisierungsspezialisten wie MVtec, WMV Robotics und Atentra spannende Showcases auf.

Mit Industrierobotern zur Bilderkennung ist Blumenbecker im Application Park präsent. Der Automatisierer liefert maßgeschneiderte Robotik-Lösungen für unterschiedliche Branchen. "Wir arbeiten produktneutral und liefern Roboterapplikationenauf der Basis von KUKA, FANUC oder ABB für viele Anwendungsbereiche", so Blumenbecker. Sensoren und Industriekameras des Anbieters messen die Dimensionen eines Produkts, prüfen die Position aller Teile einer Baugruppe, lesen Barcodes und 2D-Codes aus, erkennen Produktarten auf Grundlage von Form, Größe und anderen Eigenschaften und sortieren sie. Robotern ermöglicht Blumenbecker mit Machine-Vision-Systeme die Palettierung, Depalettierung und andere Aktivitäten.

Die ASENTICS GmbH & Co.KG stellt im Applikation Park eine ganze Reihe unterschiedlichster Bildverarbeitungssysteme vor. "Von einfachen bis zu sehr speziellen Prüfaufgaben wird die ganze Palette der aktuellen Anforderungen, die heute an die Qualitätssicherung und 100% Kontrolle gestellt werden, abbildet", wie die Firma erklärt (Stand E42). Mit hoher Geschwindigkeit prüfen sie die Qualität von Produkten oder sortieren Produkte. Auf der Industrial Automation 2017 rückt Asentics das Thema Industrie 4.0 in den Mittelpunkt. "Wir werden dazu zwei Exponate ausstellen", sagt Axel Scharbert, Manager Advertisement and Communikation bei Asentics. Zudem ist Asentics am SAP-Stand präsent, wo ein kompletter Workflow in Echtzeit unter Industrie 4.0-Bedingungen abgebildet wird. "Ein Messehighlight", wie Scharbert verspricht.

Vis-à-vis von Asentics präsentiert sich Stemmer Imaging als "Europas führender Anbieter von Bildverarbeitungstechnologien". Zum Produktangebot der Firma mit Hauptsitz in Puchheim bei München gehören industrietaugliche und intelligente Kameras sowie komplette Systeme zur Bildverarbeitung. Besuchern seines Stands (E40) in Halle 17 bietet Stemmer Imaging "eine Vielzahl von Neuentwicklungen" und "neue Anregungen zum Thema Qualitätskontrolle mit Bildverarbeitung".

Nach mehreren Jahren Abstinenz kehrt Machine-Vision-Spezialist Cognex zurück nach Hannover (Halle 17/F39). Die industriellen Bildverarbeitungs- und ID-Systeme des US-Herstellers können Herstellungsprozesse verbessern, Taktzeiten verkürzen, die Produktqualität steigern und Kosten reduzieren. Ein Anwendungsbeispiel ist das Robotersystem mit Bildverarbeitungssteuerung von Evolut. Es basiert auf der Bildverarbeitungstechnologie von Cognex und setzt eine spezielle Cognex-Software zur Teileerkennung und Lokalisierung ein.

Ein weiterer Aussteller in Halle 17 ist Isra Vision , das mit einem "kompletten Produktspektrum an Robot-Vision-Systemen von 2D bis 6D" auftritt. "Räumliches Sehen mit einer Kamera erhöht die Effizienz in der Fertigungsautomation signifikant", so der Hersteller. Sein MONO3D-Robot-Vision-System reduziert "mit robuster konturbasierter Objekterkennung" die Kosten, die Produktionszeit und den Ressourceneinsatz beim DeRacking oder der Positionierung von Teilen zur Montage. Zur sicheren Bestimmung von Lage und Orientierung eines Teils reichen MONO3D drei Merkmale, etwa Löcher, Kanten oder Ecken. Hinter dem "3D-Robotersehen" der Firma steckt eine eigene Software für intelligente Machine-Vision-Systeme.

Zu den Ausstellern der Messtechnik und Sensorik, die das Ausstellerspektrum in Halle 17 ergänzen, zählen bspw. FARO, GOM und Hexagon Metrology . FARO Europe konnte 2016 mit dem dritten Platz beim ROBOTICS AWARD der HANNOVER MESSE auf sich aufmerksam machen. Die dort vorgestellte Lösung FRIM (Factory Robo Imager Mobile) ist eine kollaborative mobile Roboterplattform zur 3D-Messung in Fertigung und Labor. Ohne Programmieraufwand in wenigen Minuten betriebsbereit, ermöglicht sie laut FARO "Messungen an praktisch jedem Ort der Produktion". Die Messabläufe zur Erfassung der Objekte und Generierung von 3D-Objektdaten geschehen automatisch. FARO FRIM ist "die erste mobile 3D-Messplattform mit kollaborativem Roboter, die alle notwendigen Komponenten integriert", versichert der Hersteller. Ihr Betrieb ist ohne zusätzliche Geräte möglich. Auf der Industrial Automation 2017 will FARO an den Erfolg von 2016 anknüpfen: In Halle 17 stellt die Firma unter anderem "den kleinsten und leichtesten Laserscanner auf dem Markt" vor.

Auch die Messtechnik von GOM basiert auf digitaler Bildverarbeitung: Das Braunschweiger Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Software, Sensorik, automatisierte Anlagen und Komplettsysteme für industrielle Anwendungen in 3D-Messtechnik und -Testing. Die Systeminstallationen verbessern die Produktqualität sowie Produktentwicklungs- und Fertigungsabläufe in verschiedenen Branchen. Das neue hochpräzise Streifenprojektionssystem ATOS Capsule etwa zeichnet sich "durch hohe Präzision für feine Details" aus, wie die Firma betont. Es wird zur Erstmusterprüfung von Zahnrädern, Turbinenschaufeln und -rädern sowie medizinischen Komponenten eingesetzt.

Für raue Werksbedingungen ist das robuste Koordinatenmessgerät (KMG) von Hexagon Metrology gedacht. Mit ihm lassen sich automatisierte Prüfvorgänge unmittelbar bei der Herstellung ausführen. Spezielle Eigenschaften und Funktionen wie die automatische Temperaturkompensation sorgen dafür, dass die Messleistung nicht durch starke Temperaturschwankungen, Vibrationen oder Staub beeinträchtigt wird. Hexagon bringt das 2016 übernommene Unternehmen AICON 3D Systems mit auf die Messe. Dessen Scanner ermöglichen die hochgenaue optische Erfassung komplexer 3D-Strukturen, etwa in der Oberflächeninspektion von Blechteilen oder der Verformungsanalyse von Getriebeteilen.

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