Der Schutz der Umwelt und ein schonender Umgang mit den begrenzten Ressourcen sind zentrale Herausforderungen für die Industrie. Neben einer stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien muss dazu der Verbrauch weiter reduziert werden. Laut der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) können durch einen rationelleren Energieeinsatz 35 bis 45 Prozent des derzeitigen Energieverbrauchs eingespart werden, ohne dass an Energiedienstleistungen Abstriche gemacht werden müssten.
Auch rein ökonomische Zwänge erfordern Effizienz. "Allein die Strompreise für mittelständische Industriekunden sind im Jahr 2011 um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Deutsche Unternehmen bezahlen durchschnittlich 14 Cent pro Kilowattstunde, was bereits jetzt einen Cent über dem Durchschnitt in der Eurozone liegt", sagt Dr. Volker Breisig von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Neben dem Energiehunger der asiatischen Staaten werde sich auch der Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie bei der Entwicklung der inländischen Strompreise bemerkbar machen.
Eine Möglichkeit: Energieverluste stoppen - etwa durch die Detektion von Leckagen, Ultraschall-Zustandsüberwachungen an Durchflussleitungen, Wireless-Druck-Messumformer, Optimierung der Anlagen-Infrastruktur oder energieeffiziente Antriebssysteme. Alleine im Druckluftbereich, einer der teuersten Energieformen, und in nahezu jedem Produktionssektor anzutreffen - schlummert erhebliches Sparpotenzial. Verluste verursachen nach Aussage der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen vor allem Leckagen (bis 30 %), fehlende Kompressorsteuerung (bis 25 %), minderwertige Technik (bis 15 %), ungenutzte Substitutionspotenziale (bis 15 %) und Druckverluste (zwischen 6 und 10 % pro bar).
Experten zufolge lassen sich zudem rund 30 Prozent Energie durch den optimierten Einsatz von Frequenzumrichtern einsparen. Nur selten nämlich werden Anwendungen, die auf Spitzenlast ausgelegt sind, auch unter Spitzenlast betrieben. Oft muss sogar ein Energieüberschuss auf mechanischem Wege entsorgt werden. Eine intelligentere Lösung sind Maßnahmen zur Drehzahlregelung - idealerweise über moderne Umrichter. Sie passen, mit einer entsprechenden Regelstrategie versehen, die Ausgangsspannung des Motors an die jeweilige Last an. Vor allem Anwendungen mit quadratischem Moment, wie zum Beispiel Pumpen und Ventilatoren, profitieren von einer Drehzahlregelung. Unverzichtbar sind zudem Managementsysteme, die ein systematisches Energie-Monitoring ermöglichen: Allein durch das Erfassen von Messwerten, Analysen der Energiesituation, deren Überwachung und einer Alarmierung bei Abweichungen von Grenzwerten können Einsparpotentiale gesichert, dokumentiert und weiterentwickelt werden.
Dem Leitthema "greentelligence" folgend, beschäftigen sich Aussteller aller acht Leitmessen der HANNOVER MESSE 2012 mit dem Thema Energieeffizienz. In den Hallen 8, 9, 11, 16, 17 der Industrial Automation und in Hallen 14/15 mit der "Efficiency Area" stellen Anlagen-Maschinenbauer und Systemhäuser entsprechende Produkte vor. Auch am VDMA-Gemeinschaftsstand in Halle 17 spielt Energieeffizienz in der Automation eine zentrale Rolle.