Weltweit wächst der Energiebedarf. Doch in den meisten – auch entwickelten – Regionen ist die Infrastruktur veraltet. Dabei steigen mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien die Anforderungen an das Stromnetz: Die volatile und dezentrale Energieeinspeisung gefährdet seine Stabilität. Politik und Wirtschaft fordern deshalb eine umfassende Erneuerung der Energie-Infrastruktur sowie eine stärkere Abstimmung zwischen Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Verbrauch.
In ihrer aktuellen Studie „Smart Grid Communications 2020“ stellt die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK) fest: „Es braucht Kommunikationstechnologie, um ein weiterhin zuverlässiges Energieangebot zu managen.“ Von Powerline bis zum Internet-Protokoll stehen dafür schon viele Technologien zur Verfügung. Ihre Praxistauglichkeit und Sicherheit allerdings müssten sie noch beweisen. So stelle sich für viele Smart-Grid-Anwendungen die Frage, „inwieweit die vergleichsweise günstigen Internet-Technologien aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen verwendbar sind“. Von zentraler Bedeutung, so die Fraunhofer ESK, sei „eine Standardisierung von Smart-Grid-Funktionen und -Protokollen, um Interoperabilität und freien Wettbewerb zu ermöglichen“.
Wie sieht die sichere, effiziente, nachhaltige und wettbewerbsfähige Energieversorgung der Zukunft aus? Dieser Frage stellen sich auf der HANNOVER MESSE 2012 u. a. die mehr als 1000 Aussteller der Leitmesse Energy, darunter Landis+Gyr, Alcatel-Lucent und das Schweizer Unternehmen ABB. „Die aktuellen Veränderungen im Energiemarkt sind historisch“, sagt Oliver Frese, Geschäftsbereichsleiter der HANNOVER MESSE. „Die Aussteller werden darauf reagieren und zukunftsweisende Lösungen für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung liefern. Dabei spielen intelligente Netze eine wesentliche Rolle. Erst durch sie wird die Nutzung erneuerbarer Energien in dem politisch gewollten Maß möglich.“
Einige Hersteller präsentieren ihre Lösungen im Rahmen des Ausstellungsschwerpunkts „Smart Grids - E-Energy“, bei dem auch die sechs Modellregionen des Bundesförderprogramms „E-Energy“ vertreten sind. Ergänzt wird der Themenpark durch ein „Smart Grids Forum“, einen „Exponat-Marktplatz“ und ein Get-together.
Doch intelligente Stromnetze stehen nicht nur im Fokus der Leitmesse Energy. Im Bereich "Metropolitan Solutions" geht es um die Modernisierung sowie den Auf- und Ausbau sämtlicher Infrastrukturen von Ballungsgebieten: Präsentiert und diskutiert werden Lösungen für Energieinfrastrukturen – mit einem Schwerpunkt auf „Smart Urban Grids“, Mobilitäts- und Gebäudeinfrastrukturen, Wasserver- und -entsorgung sowie erstmals in 2012 auch Sicherheitslösungen und kommunales Abfallmanagement. Das „Forum Metropolitan Solutions“ erörtert gleich am ersten Messetag (Mo., 23.4., 15–18 Uhr) das Thema „Energieversorgung und Versorgungssicherheit“.