Wo hohe mechanische Belastungen entstehen, zum Beispiel in der Auspuffaufhängung, werden heute zunehmend Elastomere eingesetzt. Durch Mikrorisse jedoch, die unter andauernder Belastung in überkritische Längen wachsen, können Bauteile auch unterhalb der standardmäßig gemessenen Belastungsgrenze spontan versagen. Mit der Entwicklung selbstheilender Elastomere will das Projekt OSIRIS hier Abhilfe schaffen: Das Prinzip, eine elastomere Matrix mit selbstheilenden Komponenten (Additiven) auszustatten, folgt einem Ansatz der Bionik: Viele Pflanzen verschließen ihre Wunden mit dem Milchsaft, der bei einer Verletzung austritt und anschließend aushärtet.
„Bionik“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus Biologie und Technik. Die entsprechende Wissenschaft lässt sich von der Natur inspirieren und setzt ihre Erkenntnisse in innovative Technik um. Seit zehn Jahren präsentieren Forscher ihre marktreifen Erfindungen aus diesem Bereich auf der HANNOVER MESSE. Die internationale Plattform für bionische Anwendungen der Leitmesse Research & Technology heißt schlicht BIONIK. Zu dem breiten Spektrum an Schlüsseltechnologien, die hier präsentiert werden, zählen funktionale Oberflächen, optische Technologien, sowie Produktlösungen aus der Robotik, der Kommunikations- und der Mikrosystemtechnik.
Eindrucksvolle Bionik-Beispiele finden sich in Hannover auf dem Gemeinschaftsstand, der vom Verband Biokon unterstützt wird (Halle 2, A01) - u.a. vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Sachs Engineering GmbH: Gemeinsam entwickeln, lehren und nutzen sie Methoden zur strukturmechanischen Bauteiloptimierung nach dem Vorbild der Natur. Mit auf biologischen Wachstumsprinzipien basierenden Computerprogrammen sowie einfachen grafische Methoden und Denkwerkzeugen machen sie technische Bauteile leichter und langlebiger. So konnte Sachs Engineering das Gewicht eines Automobilschwenklagers um 25 Prozent senken. Diese und weitere Entwicklungen werden auf dem BIOKON Gemeinschaftsstand (Halle 2, A01) vorgestellt. Doch nicht nur in Halle 2 sind innovative Produkte mit dem Vorbild der Natur zu sehen: Auch in Halle 3, auf dem Gemeinschaftsstand gegossene Technik, steht bionisches Gussteildesign im Fokus: Hier wird demonstriert, wie Abnehmer von geringerem Gewicht und höherer Steifigkeit bei gleichzeitig reduzierten Stückkosten profitieren können. Ein aus Gusseisen hergestelltes, überdimensionales Lindenblatt wird die Möglichkeiten des bionischen Gussdesigns symbolisieren.