4,5 Millionen für ein Testzentrum für intelligente Netze und Elektromobilität. Zwölf Millionen für einen Prüfstand für Rotorblätter von Windenergieanlagen. 200 Millionen Euro für die Erforschung und Entwicklung von Energiespeichertechnologien... Forschungsförderung in Deutschland ist längst nicht mehr alleinige Sache des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Auch das Bundesumweltministerium (BMU) engagiert sich intensiv, sofern die Forschung der Umwelt dient.
Der Forschungsbedarf, der sich aus den Aufgaben des Bundesumweltministeriums ergibt, wird mit dem mittelfristigen Forschungsrahmen beschrieben und im jährlichen Umweltforschungsplan (UFOPLAN) festgelegt. Der im Januar veröffentlichte UFOPLAN 2012 ist in 19 Kategorien gegliedert, darunter Ressourceneffizienz und Abfallwirtschaft, ökologische Produktpolitik, Klimaschutz, Luftreinhaltung und nachhaltige Mobilität.
Zudem fördert das BMU vielversprechende Industrieprojekte. So zeichnet es mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) jährlich Ideen und Neuerungen "made in Germany" aus, die zum Klima- und Umweltschutz beitragen und den Wirtschaftsstandort voranbringen. 2011 wurde der IKU u.a. für ein klima- und ressourcenschonendes Verfahren zur Zementherstellung, eine Kleinst-Biogasanlage für Afrika und eine umweltschonende Technologie zur Umformung metallischer Stützringe in Dichtungselementen verliehen.
Eine ähnliche Stoßrichtung hat das Umweltinnovationsprogramm des BMU. Es fördert die erstmalige großtechnische Anwendung einer umweltfreundlichen Technologie. Um ins Umweltinnovationsprogramm aufgenommen zu werden, sollte ein Projekt über den Stand der Technik hinaus gehen und Demonstrationscharakter besitzen - also Schule machen. Vorrang bei der Förderung haben kleine und mittlere Unternehmen. Knapp zwei Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm erhielt zuletzt etwa die DEUSA International GmbH aus Bleicherode. In ihrem Pilotvorhaben wird durch die Vergasung hochkalorischer Kunststoffabfälle Erdgas eingespart. Die Fluoron GmbH in Ulm stattet mit 90.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm einen neuartigen Dampfsterilisator mit Wärmetauschern aus. Das Unternehmen produziert hochreine Biomaterialien für die Netzhautchirurgie. Mit der neuen Technologie kann es Fernwärme einsparen, den CO2-Ausstoß senken und den Wasserverbrauch um bis zu 96 Prozent senken.
Einen Überblick über ihre Forschungs- und Industrieförderprogramme gibt das BMU auf der IndustrialGreenTech 2012 in Halle 26. Die neue Leitmesse unter Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Norbert Röttgen bietet eine Plattform für sämtliche Umwelttechnologien entlang der industriellen Wertschöpfungskette.