Zwar will die polnische Regierung die Kapazitäten bis 2020 auf 6.100 Megawatt ausbauen, doch halten viele Experten dies für nur schwer zu realisieren. Zum Einen weil das Genehmigungsverfahren sehr kompliziert ist und zum Anderen, weil die naturschutzrechtlichen Auflagen sehr hoch sind. Dennoch will die polnische Politik am bisherigen Modus festhalten, bei dem die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien über ein System „grüner Zertifikate“ unterstützt wird. Die Stromanbieter sind verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz der ins Netz eingespeisten Energie auf Basis erneuerbarer Energien anzubieten. Von dieser Verpflichtung können sie sich über den Zukauf „grüner Zertifikate“ befreien.
Die RWE Innogy aus Essen gehört zu den Unternehmen, die im polnischen Windenergiemarkt engagiert sind. Mittlerweile betreibt Innogy drei Windparks östlich der Oder. "Polen ist für uns ein Kernmarkt zum Ausbau unserer Windkapazitäten an Land. In den vergangenen drei Jahren konnten wir hier bereits über 108 Megawatt installieren. Die guten Windressourcen, ein erfahrenes Mitarbeiter-Team sowie die Kooperation mit der RWE Tochter RWE Polska S.A. sind für uns eindeutige Vorteile im polnischen Windmarkt", sagt Wilfried Topp, Leiter Wind Onshore Deutschland/Polen bei der RWE Innogy. Topp räumt jedoch ein, "dass der Ausbau der Stromnetze und verlässliche politische Rahmenbedingungen wesentliche Voraussetzungen für zukünftige Investitionen aus der gut gefüllten Projektpipeline in Polen sind."