Tatsächlich sind aber die Einspeisetarife für Windenergie, die für eine Laufzeit von zehn Jahren garantiert sind, nicht angehoben worden. Lag der Wert vorher bei 5,5 Eurocent, so sind es jetzt 7,3 Dollarcent - was entsprechend aktueller Wechselkurse unter dem Wert des alten Tarifs liegt. Obschon die Windenergiebranche mehr erwartet habe, so Dr. Marcus Kopp von der Germany Trade & Invest in Istanbul, "ist die Warterei endlich vorbei und nun herrscht zumindest für die nächsten Jahren Klarheit." Zumal Kopp davon ausgeht, dass unter den jetzigen Konditionen Windenergie an windreichen Standorten in der Türkei durchaus wirtschaftlich betrieben werden könne.
Allerdings müssen potentielle Investoren und zukünftige Betreiber einen schwierigen Lizenzierungsprozess durchlaufen, der mit einem Antrag bei der Energiemarktregulierungsbehörde in Ankara beginnt. Bislang liegen dieser Behörde über 750 Anträge vor, wovon aber nur ein geringer Teil abgearbeitet wurde.
Bisher sind in der Türkei Windenergieanlagen mit der Gesamtleistung von rund 1.200 Megawatt installiert. Marktprognosen gehen davon aus, dass in diesem Jahr weitere 300 Megawatt hinzukommen werden. Angesichts der rasch wachsenden türkischen Wirtschaft und dem weiter steigenden Strombedarf ist dies jedoch ein relativ bescheidener Zubau. Dabei bietet das Land zwischen Orient und Okzident entlang einer 7000 Kilometer langen Küste ein großes Potential für die Windenergienutzung.