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Research & Technology

Chemnitz forscht am gedruckter Mikroelektronik

Ein Schwerpunktbereich des sogenannten Funktionsdrucks sind Printed Electronics, die nahezu beliebigen Dingen die nötige Industrie-4.0-Intelligenz beibringen könnten.

07.01.2018
Marie-Lucine Tapyuli
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Chemnitz forscht am gedruckter Mikroelektronik (Bild: Fraunhofer)

Einer aktuellen Studie von BCC Research wird der weltweite Markt für gedruckte Elektronik bis 2020 auf 26,6 Milliarden US-Dollar wachsen. Die Herstellungsverfahren dazu erforscht und entwickelt das Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS in Chemnitz. Der dortige Koordinator des Leitprojektes Go Beyond 4.0 ist Prof. Dr. Reinhard R. Baumann von der TU Chemnitz. Er hat kürzlich in einem Interview interessante Einblicke in die Arbeit am Institut gegeben.

Neue Anwendungen sind beispielsweise gedruckte Sensornetzwerke oder individuell ausgelegte, umweltfreundliche Zink-Braunstein-Batterien . Deren Energiegehalt kann skaliert und damit genau passend für das Einsatzprodukt ausgelegt werden. Ein weiteres Anwendungsbeispiel sind gedruckte Antennen für RFID-Labels, die im UHF-Bereich oder mit noch höheren Frequenzen arbeiten. Damit lässt sich der bisher kommunikationstechnisch schwierige Einsatz von RFID gerade in der Logistik verbessern. Die zuverlässige Funkkommunikation wird erreicht durch die spezifische Anpassung der Antennenform an die Anwendung. Das geht auch dreidimensional, beispielsweise auf den Faltkanten einer Verpackung.

Gedruckte Funktionen entwickelt das Fraunhofer ENAS auch für den Einsatz in Autos und Flugzeugen sowie in der Medizintechnik. Sowohl das Institut als auch die TU Chemnitz ist Mitglied in der VDMA-Arbeitsgemeinschaft OE-A (Organic and Printed Electronic Association), die im engen Kontakt mit dem Fachverband Druck- und Papiertechnik steht.