micromobility expo 2019, 02. - 04. Mai
wechseln zu:
Research & Technology

Gedruckter Chip weist Krankheitskeime nach

Labor im Taschenformat: Mithilfe neu entwickelter druckbarer Fluoreszenzsensoren des Fraunhofer IOF sollen sich Blut künftig schnell und einfach auf Krankheitsindikatoren prüfen lassen.

31.12.2017
Michael Triadan
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik
Gedruckter Chip weist Krankheitskeime nach (Foto: Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik)

Leidet das Kind unter Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)? Sind Krankheitserreger im Blut, Toxine im Essen? Künftig soll es bereits ausreichen, das Smartphone samt einem kleinen Wegwerfchip zu zücken, einen Tropfen Blut auf den Chip zu geben und das Ergebnis in einer App abzulesen. Auf dem Chip, einer Gemeinschaftsentwicklung des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena mit Industriepartnern, befinden sich kleine Kanäle. Diese werden mit den nötigen Optiken bestückt: Eine Lampe und ein Fotodetektor werden aufgedruckt – und das über herkömmliche, nur leicht modifizierte Tintenstrahldrucker.

Das Blut trifft durch die Kanäle auf spezielle Ankermoleküle und auf Fluoreszenzfarbstoffe. Bei einem Zöliakie-Chip passen ausschließlich die Zöliakie-Krankheitsmarker an diese Anker. Die Fluoreszenzfarbstoffe hängen sich wiederum ganz oben an den "Turm" aus Anker und Krankheitsmarker, sie passen ebenfalls nur an die speziellen Krankheitsmarker. Die gedruckte Lampe regt nun die Farbstoffe zum Leuchten an. "Sieht" der Fotodetektor Fluoreszenzlicht, ist der Krankheitsmarker vorhanden; sonst bleibt er dunkel.