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Research & Technology

Katalysatoren sollen auch ohne Platin funktionieren

Wissenschaftler der Ruhr-Universität und des Max-Planck-Instituts haben eine Legierung ohne Edelmetalle entdeckt, die so aktiv ist wie Platin. Sie könnte leistungsfähige Katalysatoren erheblich verbilligen.

14.11.2018
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Katalysatoren sollen auch ohne Platin funktionieren (Foto: RUB, Kramer)

Die katalytischen Eigenschaften von Nichtedelmetallen und deren Legierungen sind normalerweise schlecht. Als Katalysator für die Sauerstoffreduktion, die zum Beispiel in Brennstoffzellen oder Metall-Luft-Batterien ausschlaggebend ist, verwendet die Industrie daher bislang Platinlegierungen. Das teure und seltene Metall setzt der Produktion jedoch enge Grenzen. Forscher der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und des Max-Planck-Instituts für Eisenforschung haben jetzt eine Legierung aus fünf Elementen entdeckt, die frei von Edelmetallen, aber genauso aktiv ist wie Platin. Grund dafür ist der sogenannte Hochentropie-Effekt. Er führt dazu, dass Legierungen aus mehreren Komponenten eine einfache Kristallstruktur behalten.

Noch ist das komplexe Zusammenwirken der Elemente allerdings selbst den Forschern nicht vollständig klar, sodass sie bislang noch nicht gezielt Katalysatoren entwickeln können. Den Wissenschaftlern zufolge ist jedoch der Grundstein für weitere Untersuchungen über Hochentropie-Legierungen aus mehreren Elementen gelegt, die viel Potenzial als neue Katalysatorklasse haben.