HANNOVER MESSE 2019, 01.-05. April
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Digital Factory

Nicht wegwerfen!

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) demonstrieren auf der HANNOVER MESSE 2018, wie sie mit einem autonomen 3D-Scanner zukünftig individuelle Fertigungsprozesse unterstützen wollen.

14.04.2018
Fraunhofer_IGD_Autonomer_3D-Scanner
Fraunhofer IGD Autonomer 3D-Scanner

Wer kennt das nicht, man hat einen wunderbaren, eigentlich erhaltungswürdigen Gegenstand - und doch nötigt einen ein einziges nicht mehr erhältliches (Ersatz-)Teil, diesen Gegenstand nur noch eingeschränkt nutzen zu können oder, schlimmer noch, sich von diesem trennen zu müssen. Glaubt man den Verheißungen der Industrie 4.0-Auguren, soll sich das jedoch bald ändern, wandelt sich die Produktion doch gerade hin zur Losgröße eins, sprich zur individuellen Fertigung. Insider sprechen gerne auch mal von der "Highly customized mass production". Bislang aber ist diese individuelle Fertigung kaum mehr als ein lustvoller Gedanke vorpreschender Marketing-Fachleute. Glaubt man jedoch den Forschern des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD), könnte eine ihrer Entwicklungen die Vision von der Losgröße eins bald beinharte Realität werden lassen. Auf der HANNOVER MESSE 2018 zeigen die Darmstädter Forscher, wie sie mit einem neuartigen 3D-Scansystem erhaltenswerten alten Gegenständen ein zweites oder gar drittes Leben schenken wollen.

"Das Besondere an unserem System: Es scannt Bauteile erstmals autonom - und zwar in Echtzeit", sagt Pedro Santos, Abteilungsleiter am Fraunhofer IGD. Für den Besitzer des alten erhaltungswürdigen Gegenstands mit dem kaputten Bauteil heißt das: Das defekte Teil wird notdürftig zusammengeklebt und auf einen Drehteller gelegt, der sich unter einem Roboterarm mit dem Scanner befindet. Alles Weitere geschieht dann automatisch: Der Roboterarm fährt den Scanner so um das Bauteil herum, dass er mit möglichst wenigen Scans die komplette Geometrie erfasst. Je nach Größe und Komplexität des Bauteils dauert das nur einige Sekunden bis wenige Minuten. Noch während des Scanvorgangs erstellen intelligente Algorithmen im Hintergrund ein dreidimensionales Abbild des Objekts. Anschließend folgt eine Materialsimulation des 3D-Abbilds, mit der überprüft wird, ob ein 3D-Druck den Anforderungen in punkto Stabilität genügen würde. Im letzten Schritt schließlich wird das Bauteil über einen 3D-Drucker ausgedruckt, um es anschließend in den erhaltungswürdigen Gegenstand, für den es eigentlich keine Ersatzteile mehr gibt, einzubauen. Wie man das Problem löst, wenn es keine Vorlage in Form eines notdürftig zusammengeklebten Ursprungsteils mehr gibt - das erklärt das IGD dann auf der HANNOVER MESSE 2019.

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Fraunhofer-Institut IGD auf der HANNOVER MESSE

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