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Integrated Industry

Offene Standards sind der Schlüssel zum Industrie-4.0-Erfolg

Datenaustauschformate wie AutomationML beschreiben Anlagenkomponenten so, dass sie die Informationen zu Geometrie, Kinematik und Logik herstellerneutral übergeben. Sie sind eine zentrale Voraussetzung für Retrofit-Projekte und Digital Twins gleichermaßen.

21.02.2018
Roland Ackermann
roboter
Offene Standards sind der Schlüssel zum Industrie-4.0-Erfolg (Foto: https://www.instagram.com/p/BMEScaHDfzj/?taken-by=hannover_messe)

Die Überführung von Bestandsmaschinen ins Zeitalter der vernetzten Produktion gestaltet sich schwierig. Moderne Anlagen werden bereits mit passenden Schnittstellen und Protokollen geliefert, das Nachrüsten gestaltet sich hingegen oft kompliziert. Grundsätzlich gelten dort dieselben Grundregeln der Digitalisierung wie bei allen Industrie-4.0- und IIoT-Projekten. Eine wichtige Voraussetzung erfolgreicher Retrofit-Umsetzungen sind jedoch offene Standards wie AutomationML und OPC UA , die – anders als auf anderen Digitalisierungsfeldern – auf dem besten Wege sind. Ein Grund dafür: Selbst Big Player bringen die im Einzelfall erforderliche Kombination aus Fachwissen und Know-how nicht alleine auf, sondern sind auf Kooperationen angewiesen . Dort wiederum gedeihen nicht-proprietäre Standards hervorragend.

Die Automation Markup Language (AML) ermöglicht den einheitlichen Austausch von Engineering-Daten und ist unter anderem auch grundlegend für die Umsetzung von Simulationen ( Digital Twins ) in Produktivsysteme (und umgekehrt). Die XML-basierte Sprache hat sich bereits sehr gut etabliert: In der federführenden Entwicklerorganisation unter dem Dach des Instituts für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb (IAF) an der Universität Magdeburg ist nahezu alles versammelt, was auf diesem Gebiet Rang und Namen hat, von Fahrzeugbauern wie BMW, Daimler und VW über Automatisierer wie Festo und ABB, Sensortechniker wie Balluff bis hin zu diversen Softwarehäusern und Universitäten. Zuletzt sind als Neumitglieder Sick und die Hochschule Pforzheim dazugestoßen. AutomationML ist zum Beispiel eine zentrale Grundlage des deutsch-schwedischen Projekts ENTOC (Engineering Tool Chain for Efficient and Iterative Development of Smart Factories); die 5. AutomationML User Conference ist für den 24./25. Oktober im schwedischen Göteborg geplant.

Im Rahmen der Plattform Industrie 4.0 hat unterdessen ein ebenfalls offenes Konsortium um den Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ein Referenzarchitekturmodell für die Industrie 4.0 ( RAMI 4.0 ) vorgelegt. Zugleich beschreibt das Open-Source-Kooperationsprojekt openAAS (open Asset Administration Shell) eine "offene Verwaltungsschale" für Industrie-4.0-Komponenten auf der Basis von OPC UA.