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Sektorkopplung

Ostfriesland soll alternative Power liefern

Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen in Ostfriesland ein neue Power-to-Gas-Anlage mit einer Kapazität von 100 Megawatt bauen. Damit könnten die ungeliebten Nord-Süd-Trassen für den Energietransport überflüssig werden.

03.11.2018
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Ostfriesland soll alternative Power liefern (Foto: @publicpowerorg (American Public Power Association)

Die Power-to-Gas-Technik nutzt Ökostrom, um damit Wasserstoff oder Methan zu erzeugen. Denn im Unterschied zu Stromenergie lassen sich beide Gase einfach speichern und transportieren. Eine Sprecherin von Tennet kündigte nun an , dass ihr Unternehmen zusammen mit Gasunie und Thyssengas bis 2022 das erste Pilotmodell eines Power-to-Gas-Werks fertigstellen will. Bis 2028 soll nach und nach weitere Module hinzukommen, bis schließlich eine Anlage mit einer Kapazität von 100 Megawatt steht.

Als mögliche Standorte nannte die Sprecherin die Kleinstadt Weener und die Gemeinde Wiefelstede, beide in Ostfriesland. Dort stehen bereits Umspannwerke von Tennet, die vor allem Windstrom aus der Nordsee bündeln und weiterleiten. Mit dem Pilotprojekt wollen die Unternehmen Erfahrungen mit derartigen Anlagen im industriellen Maßstab sammeln. Die Investitionssumme liegt im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.

Hintergrund des Projekts ist nicht zuletzt der Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau von neuen Nord-Süd-Trassen für den Energietransport. Bei der Umwandlung in Gas hingegen könnten die Unternehmen zumindest theoretisch auf das gesamte deutsche Gasnetz mit einer Länge von 400.000 km zurückgreifen.