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Industrial Supply

Roboter sollen gefährliche Arbeiten übernehmen

Ob in kerntechnischen Anlagen oder bei der Entsorgung von Altlasten: Es gibt viele Arbeitsplätze, an denen Menschen großen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Im neuen Kompetenzzentrum ROBDEKON wird praxisnah am Einsatz von Robotern geforscht.

07.08.2018
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Roboter sollen gefährliche Arbeiten übernehmen (Foto: Fraunhofer IOSB)

ROBDEKON steht für "Robotersysteme für die Dekontamination in menschenfeindlichen Umgebungen". Dabei handelt es sich um ein Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 11,5 Millionen Euro gefördert wird. Zahlreiche Partner unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) wollen hier gemeinsam maschinelle Lösungen erarbeiten, um Menschen den Aufenthalt in Gefahrenzonen zu ersparen. Das Konsortium vereine "herausragende Expertise aus den Bereichen Robotik, Altlastensanierung und Rückbau kerntechnischer Anlagen", so ROBDEKON-Sprecher Professor Dr. Jürgen Beyerer. Zu den Forschungsgebieten gehören die multisensorielle Umwelterfassung, Algorithmen für die Bewegungsplanung und Telepräsenztechnologien. Im Fokus stehen innovative Konzepte wie Kletterroboter oder automatisierte Baumaschinen.

Der Austausch mit der "Außenwelt" wird großgeschrieben. So sollen die vernetzten Labore externen Interessenten zugänglich gemacht werden, die Forschungsansätze will das Zentrum mithilfe von Nutzern und Partnern aus der Industrie in praxistaugliche Systeme umsetzen. Dafür soll am Fraunhofer IOSB ein Koordinationsbüro eingerichtet werden.

Der Bedarf an solchen Lösungen dürfte groß sein. Nicht zuletzt in Deutschland selbst, wo der Ausstieg aus der Kernkraft bis spätestens Ende 2022 beschlossene Sache ist. Laut dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit liegen bereits vielfältige Erfahrungen aus den bisherigen Arbeiten zur Stilllegung von kerntechnischen Anlagen vor.