HANNOVER MESSE 2019, 01.-05. April
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Zur Bohrinselbesatzung gehören wetterfeste Roboter

Die Arbeit auf Bohrinseln ist hart und einsam. Der Ölgigant und Plattformbetreiber Total setzt daher verstärkt auf autonome Roboter, die den widrigen Bedingungen problemlos trotzen.

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Foto: Oil and Gas Technology Centre (Robot developed by Taurob and TU Darmstadt)

Die Technische Universität Darmstadt entwickelt die Roboter im Auftrag von Total . Dabei kooperiert die TU mit dem österreichischen Produzenten Taurob. Gemeinsam hatte man im vergangenen Jahr einen entsprechenden Wettbewerb von Total gewinnen können. Es ist nun der erste Versuch, autonome Roboter auf einer aktiven Öl- bzw. Gasbohrplattform einzusetzen. Bei Erfolg versprechen sich die Forscher gravierende Fortschritte im Bereich der Sicherheit und Produktivität: Die Kosten für den Betrieb und die Wartung der Bohrinsel würden dadurch deutlich reduziert.

Der Roboter, der keine Funken schlägt, darf dank ATEX-Zertifizierung in der Nähe von Gas arbeiten. Er kann Temperaturen und Gaskonzentration messen sowie über eine Kamera visuelle Überprüfungen vornehmen. Er gelangt selbst durch schmalste Gassen und über Treppenstufen. Hindernissen und seinen menschlichen Kollegen weicht er zuverlässig aus. Autonom betreiben kann der Roboter die Plattform zunächst trotzdem nicht. Er bleibt auf menschliche Hilfe angewiesen.

Der größte Fortschritt für die Arbeitnehmer liegt in der Sicherheit: Trotz aller Vorkehrungen ist der tägliche Einsatz auf Bohrplattformen weit außerhalb der Küste sehr riskant. Zudem sind die Arbeiter von Familien und Freunden abgeschnitten. Ein Roboter wäre ein idealer Ersatz für diese abgelegenen Einsatzgebiete. Die gewonnenen Erfahrungen könnten in Zukunft auf andere Industriezweige übertragen werden, in denen Mitarbeiter einem höheren Unfall- oder Umweltrisiko ausgesetzt sind.