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HANNOVER MESSE 2020, 20. - 24. April

Aussteller-Pressemitteilungen

Forschung für die Zukunft

Vom Wissenschaftler zum Unternehmer

Was reizt einen Wissenschaftler, ein eigenes Startup zu gründen und den weich gepolsterten Uni-Sessel mit dem Schleudersitz des Unternehmers zu tauschen? Markus Dittrich von der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik der Technischen Universität Chemnitz beantwortet diese Frage so: „Die Chance, meine eigenen Ideen ohne Beschränkungen in die Tat umzusetzen. Der dadurch erzeugte, hoffentlich sichtbare Mehrwert ist dann die Entlohnung für die Anstrengungen.“ Nach seinem Studium der Produktionstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden startete Markus Dittrich 2012 seine wissenschaftliche Karriere an der Chemnitzer Professur. Sieben Jahre intensiver Forschung auf dem Gebiet des Wasserstrahlschneidens mündeten im Dezember 2018 in einem Patent zur Schaltbarkeit des Strahls beim Suspensionsstrahlverfahren, das er gemeinsam mit der ANT AG verwerten möchte. Damit hat sich Markus Dittrich auf diesem Fachgebiet eine Alleinstellung erarbeitet, die er nun für eine Ausgründung nutzen will. Durch seine Erfindung lässt sich der Wasser-Abrasivmittel-Strahl zur Bearbeitung von Hochleistungswerkstoffen innerhalb kürzester Zeit an- und abschalten, so dass sich die Prozesszeiten deutlich verkürzen und das Suspensionsstrahlverfahren konkurrenzfähig zum herkömmlichen Injektorstrahlverfahren wird. „Ich kenne inzwischen alle technologischen Grenzen des Injektorstrahls, die mit den Anwenderanforderungen bislang nicht harmonieren. Mein Ziel ist es, diese Grenzen mit meinem eigenen Unternehmen zu überschreiten und die Kundenbedürfnisse vollständig zu erfüllen“, beschreibt Dittrich seine Vision. Seit Juni 2018 bereitet er seine Ausgründung im Rahmen der Förderinitiative Exist-Forschungstransfer des Bundesminsteriums für Wirtschaft und Energie vor. Das Programm wird durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. In der laufenden Phase 1 geht es um die Umsetzung wissenschaftlicher Ergebnisse in technische Produkte und Verfahren und um die Ausarbeitung eines Businessplans. „Nachdem wir die technogische Machbarkeit bereits an einem Versuchsstand im Rahmen eines Forschungsprojekts nachgewiesen hatten, bauen wir jetzt eine vollständig funktionsfähige, endanwenderfreundliche und sichere Werkzeugmaschine, die wir im April in Betrieb nehmen möchten“, erläutert Dittrich den Zeitplan. Im Sommer soll der Handelsregistereintrag erfolgen und im Herbst der Maschinendemonstrator der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Wie hoch der Aufwand ist, ein Unternehmen zu gründen und ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, unterschätzt man leicht“, so Dittrich. Neben den technologischen Fragestellungen und weiteren Patentanmeldungen muss er sich um die wirtschaftlichen Aspekte des Vorhabens, das Marketing sowie juristische und steuerliche Belange kümmern. „Ich habe in den vergangenen Monaten Zeit- und Krisenmanagement gelernt und bin sehr froh, dass ich mit unserem Technologieleiter Stefan Seidel, unserem Techniker Stephan Richter und der Wirtschaftsingenieurin Anne Kühnert so ein gutes Team hinter mir habe“, sagt Dittrich. Wenn im November die Förderphase 1 ausläuft und Dittrich mit dem neuen Unternehmen auf eigenen Füßen steht, kann er für maximal 18 Monate weitere Fördermittel aus dem Exist-Forschungstransfer-Programm beantragen. Dann stehen weitere Entwicklungsarbeiten, Marketing-Maßnahmen zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Schaffung der Voraussetzungen für eine externe Unternehmensfinanzierung im Fokus. Auf der Hannover Messe 2019 stellt die Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik auf dem Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 2, Stand A38, Bearbeitungsbeispiele zur Suspensionsstrahltechnologie aus. Darüber hinaus präsentiert die Professur ein 3D-Druckmodell einer Umformpresse als Augmented-Reality-Demonstrator, bei dem über ein Tablet die echtzeitfähige 3D-Visualisierung der Presse auf Basis von CAD-Daten angezeigt wird. Auf diesem Gebiet erfolgte bereits 2017 eine Ausgründung: Die auvirea GmbH von Dr. Philipp Klimant, Oberingenieur Forschung der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik, bietet mit der Software ARViewer ein Modulares Framework zur Erstellung industrieller Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen auf dem Markt an. Die Besucher der Hannover Messe können sich außerdem über 3D-gedruckte, metallische Werkstücke und deren hybrider Endbearbeitung durch weggesteuertes Fräsen und kraftgesteuertes Glattwalzen auf einer Maschine informieren. Diese neue Verfahrenskombination wurde im Rahmen des Innoteams „HochintEgratIve Prozesskette zur Generativen Fertigung von metallischen HochleistungsbauTeilen - HEIGHT“ entwickelt. Das Innoteam wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Sachsen. Weitere Informationen zum Wasserstrahlschneiden erteilt Markus Dittrich, Telefon 0371 531-32631, E-Mail: markus.dittrich@mb.tu-chemnitz.de. Weitere Informationen zu Augmented- und Virtual-Reality-Lösungen im Maschinenbau erteilt Dr.-Ing. Philipp Klimant, Telefon 0371 531-36911, E-Mail: philipp.klimant@mb.tu-chemnitz.de. Weitere Informationen zum Innoteam HEIGHT erteilt Marco Witt, Telefon 0371 531-38953, E-Mail marco.witt@mb.tu-chemnitz.de oder unter https://innoteam-height.de.

Das Gründerteam der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik der TU Chemnitz entwickelt einen Maschinendemonstrator zum Suspensionsstrahlschneiden - die Grundlage für ihre Unternehmensgründung. Foto: Joseph Stevens, Saxeed

Christian Kollatsch, Wissenschaftler der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik, präsentiert eine Augmented-Reality-Anwendung, bei der über ein Tablet die echtzeitfähige 3D-Visualisierung einer Presse angezeigt wird. Es lassen sich verschiedene Fremdsysteme, z. B. NC-Steuerungen und MES-Systeme, anbinden und verschiedene Tracking-Verfahren zur Erkennung der Presse nutzen. Foto: TU Chemnitz

Die Mitglieder des Innoteams HEIGHT an der Professur Werkzeugmaschinenkonstruktion und Umformtechnik untersuchen, wie sich durch das Glattwalzen von SLM-Bauteilen die Oberflächenqualität und die Materialeigenschaften verbessern lassen. Foto: TU Chemnitz/Rico Stöckmann

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