72 Prozent – warum uns fehlende Kommunikation krank macht
72 Prozent. So viele Menschen fühlen sich laut Studien durch Informationsdefizite im Job belastet. Eine Zahl, die zunächst unscheinbar wirkt und doch zeigt, wie tief Kommunikation in unsere Gesundheit eingreift. Denn was hier fehlt, sind nicht nur Informationen. Es fehlt Sicherheit, Orientierung und Verbindung. Ein Beitrag von FEMWORX in Zusammenarbeit mit Lisa Holtmeier, Deutschlands erster „Wortmedizinerin“ und Gründerin von WORDSEED®.
10. Juni 2026Teilen
Wenn ein Satz reicht, um Stress auszulösen
„Ich würde Sie nächste Woche gerne sprechen.“
Ein Satz, der harmlos klingt und doch reicht, um eine Kettenreaktion auszulösen: Grübeln, Unsicherheit, körperliche Anspannung. Unser Gehirn kann Lücken nicht aushalten. Es beginnt sofort, sie zu füllen. Mit Erfahrungen, mit Ängsten und Worst-Case-Szenarien. Genau hier beginnt ungesunde Kommunikation. Denn nicht das Gespräch selbst macht uns in diesem Fall krank, sondern das, was wir nicht wissen.
Kommunikation ist ein unterschätzter Stressfaktor
Wir leben in einer Welt voller Stressoren und einer der größten bleibt oft unsichtbar: unsere alltägliche Kommunikation.
Nicht nur harte und respektlose Worte verletzen. Auch unklare Worte, fehlende Worte oder falsch verstandene Worte können Stress auslösen.
Das zeigt sich körperlich:
Kommunikation wirkt, ob wir wollen oder nicht.
Warum gesunde Kommunikation mehr ist als „freundlich sein“
Gesunde Kommunikation bedeutet nicht, immer freundlich zu sein, zu allem Ja zu sagen oder Konflikte zu vermeiden. Sie bedeutet vor allem eines: Klarheit.
Denn Klarheit entlastet das Gehirn.
Klarheit schafft Vertrauen.
Klarheit reduziert Stress.
Oder einfacher gesagt: Gesunde Kommunikation ist Prävention.
Der wichtigste Satz für deine mentale Gesundheit
Vielleicht ist der wichtigste Satz in diesem Zusammenhang überraschend simpel:
„Worum genau geht es?“
Nachfragen ist keine Schwäche. Es ist Selbstfürsorge.
Denn jedes ungeklärte Fragezeichen wird sonst zu einem inneren Dialog und dieser ist oft deutlich härter als jede Realität.
Worte wirken – immer
Worte hinterlassen Spuren. Nicht nur in Gesprächen, sondern auch in unserem Körper, unseren Gedanken und unserem Alltag.
Gerade Frauen tragen oft eine besondere kommunikative Verantwortung, sowohl im Job als auch in Beziehungen und in Familien. Sie vermitteln, moderieren, gleichen aus, hören zu. Nicht selten stellen sie dabei ihre eigenen Bedürfnisse hinten an.
Sprache ist dabei mehr als ein Werkzeug. Sie beeinflusst, wie wir uns selbst sehen, wie wir Grenzen setzen oder eben nicht.
Vielleicht ist es an der Zeit, Kommunikation nicht länger als Nebensache zu betrachten, nicht als bloßen Soft Skill, den man „einfach können sollte“, sondern als das, was sie wirklich ist: Ein Schlüssel für Selbstfürsorge, Klarheit und gesunde Beziehungen.
Quelle: Holtmeier, Lisa (2025): Wortmedizin – Ungesunde Kommunikationsmuster durchbrechen und die mentale Gesundheit stärken. Beltz Verlag.
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