Frischer Wind für Ventilatoren-Spezialisten
Der US-Konzern Madison Air, der den Ventilatoren-Spezialisten ebm-papst übernehmen will, bewertet die bisher familiengeführte Unternehmensgruppe mit 5,1 Milliarden Euro und will in Technologie, Mitarbeitende und Wachstum investieren.
9. Sept. 2026Teilen
Mitte August gaben die ebm-papst Gruppe und der US-Konzern Madison Air die Übernahme von ebm-papst bekannt. Die Gesellschafterfamilien haben eine Vereinbarung zur Übertragung ihrer Anteile unterzeichnet. Der Transaktion liegt eine Bewertung von 5,1 Milliarden Euro (Enterprise Value) zugrunde.
Langfristig orientierter neuer Eigentümer
Mit Madison soll ebm-papst einen langfristig orientierten Eigentümer mit Finanzkraft, Innovations- und Skalierungserfahrung gewinnen. Madison wiederum erweitert sein Portfolio um die Ventilations- und Motorentechnologie sowie die Ingenieurskompetenz von ebm-papst und erhält einen besseren Zugang zu europäischen und asiatischen Märkten. Die Transaktion soll das Wachstum beider Unternehmen beschleunigen.
Madison Air ist auf Luftqualitätslösungen für geschäftskritische Anwendungen spezialisiert. Zu den Märkten zählen unter anderem Gesundheitswesen, industrielle Fertigung, Reinräume, Rechenzentren und Wohngebäude. Während Madison bislang überwiegend in Nordamerika aktiv ist, bringt ebm-papst eine starke Marktposition in Europa und Asien ein. Umgekehrt soll ebm-papst von Madisons operativer Expertise sowie vom Zugang zum US-Kapitalmarkt profitieren.
Gesellschafterfamilien sehen Madison als idealen Partner für ebm-papst
Die Gesellschafterfamilien sehen in Madison Air den geeigneten Partner, um den Wachstumskurs von ebm-papst langfristig fortzusetzen. Ausschlaggebend seien insbesondere die Finanzkraft, der langfristige unternehmerische Horizont und die starke Position Madisons im US-Markt. Zugleich soll die bestehende Unternehmenskultur erhalten bleiben.
Investitionen sollen ebm-papst und Mitarbeitende stärken
Madison will nach eigenen Angaben kontinuierlich in Mitarbeitende, Technologie und Wachstum investieren. Das Unternehmen betont dabei die Bedeutung der jahrzehntelangen Geschichte und des in Mulfingen aufgebauten Know-hows von ebm-papst.
Die Gruppe beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Menschen, davon rund 5.800 in Deutschland. Mulfingen bleibt Hauptsitz sowie wichtiger Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort. Bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen, Tarifregelungen und Betriebsvereinbarungen sollen von der Transaktion unberührt bleiben.
Kerngeschäft Air Technology soll ebenso wie das Datacenter-Geschäft wachsen
CEO Dr. Klaus Geißdörfer sieht ebm-papst strategisch gut für die Zukunft aufgestellt. Das Kerngeschäft Air Technology wachse ebenso wie das Datacenter-Geschäft. Madison biete die Möglichkeit, das vorhandene Potenzial weiter auszuschöpfen und insbesondere den Zugang zum US-Markt zu verbessern.
Fokus auf Zukunftsthemen zahlt sich aus
Der Ausbau digitaler Infrastrukturen und der Fortschritt bei künstlicher Intelligenz treiben den Bedarf an effizienten und skalierbaren Kühllösungen. Deshalb fokussiert ebm-papst unter anderem Rechenzentren, KI-Infrastruktur, Elektrifizierung, Energieeffizienz sowie nachhaltige Heiz- und Kühllösungen.
Mit der KI-basierten Plattform NEXAIRA verbindet das Unternehmen physische Produkte mit digitalen Funktionen. Sie ermöglicht unter anderem eine bedarfsgerechte Steuerung und vorausschauende Wartung und soll den Energieverbrauch in Rechenzentren reduzieren.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben und weiterer üblicher Vollzugsbedingungen. Der Abschluss wird gegen Ende 2026 erwartet.
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