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Produktionssysteme werden immer komplexer, mit mehr Software, mehr Schnittstellen und mehr Herstellern. Woran scheitert die Umsetzung von Industrie 4.0 in der Praxis am häufigsten, und was unterschätzen Unternehmen dabei?

Häufig fehlt eine gemeinsame Architektur, in die sich neue Technologien sinnvoll einfügen. Unternehmen digitalisieren einzelne Maschinen oder Prozesse, aber die Verbindung zwischen Produktion und IT bleibt lückenhaft. Jede weitere Anwendung braucht dann eigene Schnittstellen und individuelle Anpassungen. So wächst mit jeder Lösung auch die Komplexität.

Unterschätzt wird in Unternehmen vor allem die Vorarbeit: Welche Daten brauchen wir? Was bedeuten sie? Wie beschreiben wir Maschinenfähigkeiten so, dass unterschiedliche Anwendungen sie nutzen können? Diese Fragen müssen Produktion, Automatisierung und IT gemeinsam beantworten. Industrie 4.0 ist deshalb auch eine organisatorische Aufgabe. Mit unserer Open SmartFactory Architecture zeigen wir, wie sich diese Zusammenarbeit auf eine durchgängige technische Grundlage stellen lässt. Entscheidend ist, dass Unternehmen neue Funktionen integrieren können, ohne bei jeder Erweiterung das gesamte System umbauen zu müssen.

Sie bringen Unternehmen verschiedener Hersteller auf einer gemeinsamen Anlage zusammen. Was zeigt sich, wenn Systeme tatsächlich zusammenarbeiten müssen, und wo liegen die größten Hürden bei Interoperabilität und Standards?

In so einer gemeinsamen Anlage wird schnell deutlich: Eine funktionierende Datenverbindung bedeutet noch lange nicht, dass sich zwei Systeme verstehen. Sie müssen auch dieselbe Vorstellung davon haben, was eine Information bedeutet, welche Fähigkeit eine Maschine anbietet und unter welchen Bedingungen diese ausgeführt werden kann.

Die größten Hürden liegen häufig in unterschiedlichen Datenmodellen, Interpretationsspielräumen und herstellerspezifischen Erweiterungen. Auch wenn beide Seiten denselben Standard verwenden, ist das Zusammenspiel deshalb nicht automatisch gewährleistet. Standards müssen präzise umgesetzt und im Betrieb gemeinsam erprobt werden. Genau dafür ist unsere Modellfabrik wichtig: Hier treffen Lösungen verschiedener Hersteller unter realen Bedingungen aufeinander. Mit OpenSMI machen wir Maschinenfähigkeiten über einheitlich beschriebene Skills zugänglich. Übergeordnete Anwendungen können diese nutzen, ohne für jede Maschine deren interne technische Umsetzung kennen zu müssen.

Welche konkrete Lösung oder welchen Demonstrator zeigt die SmartFactory-KL auf der HM27, und was können Besucherinnen und Besucher dort live erleben, was ein Konzeptpapier nicht zeigt?

Auf der Hannover Messe 2027 zeigen wir mit unserer Modellfabrik, wie Maschinen, KI-Agenten und autonome Roboter zu einer flexiblen Produktion zusammenfinden. Die Grundlage bildet unsere Open SmartFactory Architecture. OpenSMI macht die Fähigkeiten der Maschinen über eine gemeinsame Schnittstelle nutzbar; KI-Agenten können darauf aufbauend Produktionsaufgaben koordinieren.

Besucherinnen und Besucher erleben das Zusammenspiel von Bearbeitung und Materialtransport: Ein Werkstück muss zur passenden Station gelangen, dort bearbeitet und anschließend weitertransportiert werden. Dabei müssen Softwareentscheidungen, Maschinenzustände und physische Abläufe zusammenpassen. Genau das kann ein Konzeptpapier nur begrenzt vermitteln. Im laufenden Demonstrator wird sichtbar, welche Informationen und Rückmeldungen dafür tatsächlich benötigt werden. Wir machen damit nachvollziehbar, wie sich vorhandene Maschinenfähigkeiten zu unterschiedlichen Abläufen kombinieren lassen und welche Voraussetzungen eine anpassungsfähige Produktion braucht.

SmartFactory-KL

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