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Tagesprogramm

Videos von laufenden, greifenden und tragenden humanoiden Robotern gehen regelmäßig viral. In vielen Werkshallen stellt sich dagegen eine nüchternere Frage: Lohnt sich ein humanoider Roboter in einer Fabrik, die nie für ihn gebaut wurde? Genau hier setzt das Deep Dive Forum für Humanoide Robotik an, dass die Deutsche Messe Technology Academy am 27. und 28. Oktober 2026 im Pavillon 36 auf dem Messegelände Hannover veranstaltet.

Der Anspruch ist klar formuliert: Umsetzbarkeit statt Vision. Zwei Tage lang geht es darum, welche Anwendungen heute realistisch sind, welche Voraussetzungen Unternehmen schaffen müssen und wie sich Fehlinvestitionen vermeiden lassen. Das Programm richtet sich an Verantwortliche aus Produktion, Automatisierung und Digitalisierung.

Brownfield als Prüfstein

Im Mittelpunkt steht der Einsatz in bestehenden Werken – kurz: Brownfield. Hier liegt das große Versprechen humanoider Systeme: Sie sollen sich in Umgebungen bewegen, die für Menschen gemacht sind, ohne dass Layouts, Regale oder Arbeitsplätze umgebaut werden müssen. Diskutiert werden Einsatzfelder von der Intralogistik und Kommissionierung über die Montageunterstützung bis zu Wartung und Inspektion.

Dass zwei Beine kein Selbstzweck sind, macht KUKA gleich zu Beginn deutlich. Jan Bolte, Niederlassungsleiter Nord, zeigt, wann humanoide Robotik sinnvoll ist und wann klassische oder mobile Robotik die bessere Wahl bleibt. Sebastian Wolf vom DLR-Institut für Robotik und Mechatronik ordnet ein, was modell- und lernbasierte Ansätze heute im Brownfield leisten. Dr.-Ing. Christian Henke vom Fraunhofer IEM widmet sich unter dem Titel „Der Preis der Anatomie“ der Wirtschaftlichkeit: Wie entscheidet man über eine Technologie, deren Kosten und Leistung sich noch laufend verändern?

Erfahrungen aus der Industrie

Besonders interessant sind die Berichte aus der Praxis. Nikita Aleshin, Global Project Lead Multi-Purpose Robotics bei der BMW Group, schildert die Erfahrungen des Autobauers mit humanoider Robotik, inklusive Herausforderungen und Erkenntnissen. Am zweiten Tag zeigt Christina Fischer, Project Manager Humanoid Readiness bei Schaeffler, welche Voraussetzungen für den Einsatz in bestehenden Produktionsumgebungen nötig sind und wie Anwender und Anbieter die Skalierung gemeinsam vorantreiben können.

In einer kontroversen Podiumsdiskussion treffen Befürworter und Skeptiker aufeinander. Die Leitfrage: Sind humanoide Roboter ein Gamechanger, ein Hype oder am Ende beides?

Mitdiskutieren und selbst ausprobieren

Das Forum setzt stark auf Austausch. In parallelen Deep Dives geht es um echte Use Cases, Technologie und Engineering, die Integration in die Fabrik, Sicherheit und Regulierung sowie den Vergleich von Humanoiden und mobilen Cobots. Roundtables greifen Fragen auf, die über die Technik hinausgehen: Wer übernimmt künftig das Erfahrungswissen auf dem Shopfloor? Wie viel Autonomie darf ein Roboter in der Produktion bekommen? Und wann wird Abwarten selbst zum Risiko?

Am zweiten Tag heißt es dann „Ran an die Roboter!“. Teilnehmende können humanoide und mobile Systeme unter anderem von EF Robotics, Terra Robotics, KUKA und FMC³ Robotics live erleben und vergleichen. In Use Case Working Sessions bringen sie eigene Herausforderungen ein und prüfen gemeinsam mit Expertinnen und Experten, ob humanoide Robotik dafür die richtige Antwort sein kann. Zum Abschluss zeigen Praktiker, wie sie ein solches Projekt konkret starten würden, von der ersten Analyse bis zum Pilot.

Das Forum gibt Unternehmen Orientierung bei der Frage, ob und wie sich humanoide Robotik in der eigenen Produktion sinnvoll einsetzen lässt – und schafft damit eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die industrielle Praxis.

Deep Dive Forum: Humanoide Robotik
27. und 28. Oktober 2026
Pavillon 36, Messegelände Hannover

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