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Europas Industrie steht unter erheblichem Druck: Von hohen Energie- und Ressourcenkosten bis hin zu geopolitischen Abhängigkeiten gibt es zahlreiche Herausforderungen. Wo muss Europa jetzt ansetzen, um seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern?

Europa muss wieder stärker auf seine industriellen Stärken vertrauen und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit Unternehmen investieren können. Dazu gehören wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie, schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie ein klarer Fokus auf Innovation und Technologie. Gleichzeitig dürfen wir die Menschen nicht vergessen. Der Wettbewerb um Talente wird ebenso entscheidend sein! Wer industrielle Wertschöpfung langfristig in Europa halten möchte, muss aus meiner Sicht in Technologie und Qualifizierung investieren.

Resilienz und Souveränität sind zu Schlüsselbegriffen der Industriepolitik geworden. Was bedeutet industrielle Resilienz ganz konkret für Sie?

Resilienz bedeutet für mich die Fähigkeit, auch unter veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben. Das heißt für mich auch, Entscheidungen langfristig zu denken. Resiliente Unternehmen verfügen deshalb über technologische Kompetenz, starke Produktionsnetzwerke, qualifizierte Mitarbeitende und die Fähigkeit, sich schnell auf neue Entwicklungen einzustellen während man gleichzeitig ein klares Zielbild für die Zukunft hat.

Häufig wird Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit als Zielkonflikt diskutiert. Wie kann es gelingen, beides miteinander zu verbinden und Nachhaltigkeit zu einem Wettbewerbsvorteil für die europäische Industrie zu machen?

ch bin überzeugt, dass Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind. Im Gegenteil, als Hersteller von Werkzeugmaschinen und Automationslösungen sehen wir: effizienterer Energieeinsatz, Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und moderne Produktionstechnologien helfen Unternehmen dabei, Kosten zu senken und gleichzeitig nachhaltiger zu wirtschaften. Gerade der europäische Maschinenbau verfügt über die Innovationskraft, diese Lösungen zu entwickeln.

Wenn wir 2030 zurückblicken: Welche Weichen müssten Politik und Industrie heute stellen, damit wir dann sagen können, dass Europa industriell stärker, resilienter und zukunftsfähiger geworden ist?

Wenn wir 2030 erfolgreich sein wollen, müssen wir heute konsequent in Zukunftstechnologien, industrielle Infrastruktur und Bildung investieren. Wir brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen, die Innovation fördern und Investitionen ermöglichen. Gleichzeitig glaube ich auch fest daran, dass Unternehmen den technologischen Wandel aktiv gestalten können und ihre Mitarbeitenden auf diesem Weg mitnehmen müssen. Die Zukunft der Industrie entscheidet sich auch in unseren Ausbildungszentren, Produktionshallen und Unternehmen.

Auf der Center Stage der HANNOVER MESSE 2027 treffen unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik aufeinander. Was macht diesen Austausch gerade jetzt wichtig – und welche Debatten sollte die Industrie dort führen?

Fortschritt entsteht in meinen Augen immer dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen, wo zugehört wird und wo neue Ideen diskutiert werden können. Die entscheidende Frage ist für mich nicht, welche Probleme wir haben, sondern wie wir voneinander lernen, wie wir unsere Stärken weiterentwickeln und in Wettbewerbsfähigkeit übersetzen.

Deshalb sollten wir über die Zukunft des Industriestandorts Europa reden und über Technologien, Innovationsfähigkeit, menschenzentrierte Transformation. Vor allem aber sollten wir den Praxisbezug in den Mittelpunkt stellen: Welche Lösungen funktionieren bereits? Und welche Entscheidungen müssen wir heute treffen, damit industrielle Wertschöpfung, Wohlstand und Innovation auch künftig in Europa zu Hause bleiben?

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