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Windkraftanlagen werden sowohl an Land als auch auf See immer leistungsstärker und größer. Gleichzeitig hat sich die Energiedebatte in Richtung Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit verlagert. Vor diesem Hintergrund hat der deutsche Antriebsspezialist Flender jetzt ein neues Generator-Konzept präsentiert: Winergy GENERA, ein validiertes Generator-Designkonzept und ein Technologiepaket, um Lösungen für individuelle Turbinenprojekte zusammenstellen zu können.

„Verbessert die Wirtschaftlichkeit von Windprojekten“

„Mit Winergy GENERA erreichen wir mehr mit weniger“, sagte Tommy Rahbek Nielsen, Präsident der Flender-Tochter Winergy. „Wir verbinden sehr geringe Geräuschentwicklung mit hoher Leistungsdichte und verbesserter Zuverlässigkeit und verzichten dabei auf Magnete und Seltene Erden – selbst in Turbinenklassen mit hoher Leistung. Das reduziert den Materialaufwand und verbessert die Wirtschaftlichkeit von Windprojekten.“

Mehr Leistung pro Kilogramm

Das validierte GENERA-Design liefert Leistungsdichten von bis zu 700 Watt pro Kilogramm. Dies entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zur Vorgängerversion und vergleichbaren Konkurrenzprodukten und ist derzeit in der Windindustrie unübertroffen. Die Generatorlänge ist im Vergleich zur Vorgängergeneration um 25 Prozent reduziert, wodurch der Generator auch für Leistungsklassen über zehn Megawatt in die Gondel passt und der Transport sowohl mit Standard-Lkw als auch -Containern möglich bleibt. Da das Konzept keine externen Kühlventilatoren erfordert, wird kein Hilfsstrom für die Kühlung verbraucht – was die jährliche Energieproduktion der Turbine erhöht.

Die Geräuschemissionen liegen um sechs dB(A) unter denen der Vorgängergeneration, was zu einem leiseren Betrieb der Anlage beiträgt. Niedrigere Geräuschpegel des Generators verschaffen Projektentwicklern mehr Spielraum an lärmempfindlichen Standorten und fördern die Akzeptanz vor Ort.

Ein Generator-Design ohne Seltene Erden

GENERA basiert auf einem doppelt gespeisten Asynchrongenerator (DFIG), ist in allen Leistungsklassen erhältlich und greift in keiner dieser Klassen auf Seltene Erden zurück. Der Unterschied wird ab zehn Megawatt relevant: In diesem Bereich setzen alternative Generatorkonzepte in der Regel auf Permanentmagnete, die Seltene Erden enthalten, während dies bei GENERA nicht der Fall ist. Seltene Erden sind nur in begrenzten Mengen verfügbar, und ihr Abbau sowie ihre Verarbeitung konzentrieren sich auf wenige Regionen weltweit, was Turbinenhersteller Preisvolatilität und Versorgungsrisiken aussetzt. Ein Generator-Design, das ohne sie auskommt, beseitigt diese Abhängigkeit aus dem Antriebsstrang. Je nach Projektanforderungen können die Wicklungen entweder aus Aluminium oder Kupfer spezifiziert werden. Kupfer ist nach wie vor knapp: Die Internationale Energieagentur prognostiziert bis 2035 ein weltweites Versorgungsdefizit von rund 25 Prozent, und die Kupferpreise erreichten Anfang 2026 Rekordhöhen. Die Möglichkeit, Aluminium zu spezifizieren, bietet Turbinenherstellern eine zweite Option für ein Material, das sowohl die Projektkosten als auch die Liefersicherheit beeinflusst.

„Winergy GENERA zeigt, dass hohe Leistung und Kosteneffizienz kein Widerspruch sind“, fügte Jörg Sieber, Vice President Wind Generators im Windsegment von Flender, hinzu. „Wir steigern die Leistungsdichte, reduzieren den Geräuschpegel und senken den Materialverbrauch – in einer einzigen Lösung. Das hilft unseren Kunden, die Gesamtwirtschaftlichkeit ihrer Windprojekte zu verbessern.“

Optimiert für den gesamten Antriebsstrang

GENERA ist für den Einsatz mit jedem Getriebe ausgelegt und besonders in Kombination mit dem Winergy REVO-System optimiert, Flenders Getriebekonzept für Windkraftanlagen. REVO war das erste Antriebskonzept, das eine Drehmomentdichte von 300 Newtonmeter pro Kilogramm erreichte, was kompaktere Anlagendesigns oder eine höhere Leistung bei gleicher Größe ermöglicht. Zusammen bilden die beiden Konzepte einen Antriebsstrang, der neue Technologie mit bewährten Komponenten verbindet. Zu den wesentlichen Vorteilen dieser Antriebsstrangkombination zählen ein optimiertes Übersetzungsverhältnis für hohen Wirkungsgrad im gesamten System sowie eine zuverlässige Unterstützung hinsichtlich Blindleistung und Netzkompatibilität sowie eine reibungslose Integration in Windkraftanlagen.

Antriebslösungen für zukünftige Anlagengenerationen

„Winergy GENERA ist kein eigenständiger Generator, sondern Teil eines Systemansatzes“, betonte Nielsen. „Durch die Abstimmung von Getriebe- und Generatorauslegung, insbesondere in Kombination mit REVO, können wir unseren Kunden Antriebslösungen anbieten, die für die zukünftigen Anlagengenerationen ausgelegt sind.“

Auf individuelle Anforderungen zugeschnitten

Nicht jedes Projekt erfordert das gesamte Technologiepaket. „Gemeinsam mit unseren Kunden konfigurieren wir die für jedes Projekt optimale Lösung, anstatt einen Einheitsansatz zu verfolgen“, so Nielsen. Von der Wahl des Wicklungsmaterials bis hin zu Geräusch- und Logistikvorgaben bietet GENERA Konfigurationsmöglichkeiten unter Beibehaltung einheitlicher Standards für die Zuverlässigkeit.

Überwachung über den gesamten Lebenszyklus hinweg

GENERA ist in das Service- und Digitalisierungsangebot von Flender integriert. Mit AIQ, der Antriebsintelligenz von Flender, die auch für das Winergy-Portfolio verfügbar ist, lässt sich der Zustand des gesamten Antriebsstrangs überwachen – vom Hauptlager über das Getriebe und die Kupplung bis hin zum Generator. AIQ Orbit kombiniert bis zu acht AIQ Pulse-Schwingungssensoren mit integrierter Drehzahlüberwachung und fasst die Daten im AIQ-Webportal zusammen, das einen Überblick sowohl über einzelne Turbinen als auch über den gesamten Windpark bietet. Der kompetente Service der Zustandsüberwachungsspezialisten von Winergy setzt die Überwachungsdaten in konkrete Wartungsempfehlungen um. Zusammen mit langen Wartungsintervallen soll dies ungeplante Ausfallzeiten und Wartungskosten reduzieren und eine hohe Verfügbarkeit der Turbinen gewährleisten.

Ein Beitrag zu sicherer und bezahlbarer Energie

Die Effizienz im Antriebsstrang wirkt sich direkt auf die Kosten der Windenergie und darauf aus, wie schnell Kapazitäten ausgebaut werden können. Eine geringere Komponentenmasse reduziert die Anforderungen an Türme, Fundamente und Logistik, und kompakte Bauweisen ermöglichen den Zugang zu Standorten, die sonst schwer zu erreichen wären.

Zentrale Säule einer sicheren Energieversorgung

„Die Windenergie ist zu einer zentralen Säule einer sicheren Energieversorgung in Europa geworden“, sagte Andreas Evertz, CEO der Flender-Gruppe. „Jedes Kilogramm eingespartes Material und jeder gewonnene Effizienzpunkt machen Windenergie wettbewerbsfähig – und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmt, wie schnell die Branche ausbauen kann. GENERA und REVO sind unser Beitrag dazu.“

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