Warum KI in der Produktion oft nicht ankommt
KI steht auf fast jeder Strategieagenda. Doch in der Produktion bleiben viele Projekte im Pilotstadium stecken. Am 3. November 2026 geht eine Tagung der Deutschen Messe Technology Academy in Hannover der Frage nach, woran das liegt und was wirklich wirkt. Mit dabei: Siemens, Schaeffler, DLR, Fraunhofer IFF, TH Deggendorf und das Labs Network Industrie 4.0.
14. Okt. 2026Teilen
An Ideen für künstliche Intelligenz mangelt es in der Industrie kaum. Woran es fehlt, ist die Wirkung: Viele Initiativen kommen über den Proof of Concept nicht hinaus und bleiben zwischen Datenproblemen, Integrationsaufwand und fehlender Skalierung stecken. Unter dem Titel „KI kann man kaufen. Wirkung nicht!“ widmet sich die Deutsche Messe Technology Academy am 3. November 2026 in Hannover dieser Herausforderung.
Die eintägige Tagung versteht sich als Forum zur praktischen KI-Transformation. Sie zeigt, wo Projekte typischerweise ins Stocken geraten: bei der Wahl der Use Cases, der Datenbasis, dem Business Case, der Integration in bestehende Systeme oder bei Organisation und Akzeptanz. Teilnehmende sollen danach besser einschätzen können, wo ihr Unternehmen steht und welcher Schritt als Nächstes sinnvoll ist.
Warum KI nicht skaliert
Den Auftakt macht Anja Simon, CEO des Labs Network Industrie 4.0. Unter dem Stichwort „Pilotfriedhöfe“ beschreibt sie ein verbreitetes Muster: KI wird als weiteres Tool eingeführt, es entstehen neue Piloten, aber selten echte Integration. Die Antwort liegt für sie weniger in der Technologie als in Strategie, Führung und Unternehmenskultur.
Agnes Loehner von Siemens Digital Industries Software setzt bei den Erwartungen an. Business, IT und Produktion verfolgen oft unterschiedliche Ziele, Use Cases werden falsch priorisiert.
Christoph Herr von Ankercloud lenkt den Blick auf ein unbequemes Thema: die Datenbasis. Gewachsene Strukturen, Excel-Realität und mangelnde Datenqualität werden schnell zum Engpass für ambitionierte KI-Ziele.
Wie KI in der Fabrik konkret wird, zeigt Simon Mathes von Schaeffler. Er berichtet, wie Physical AI, Robotik und immersive Simulationsumgebungen im Industrial Metaverse zusammenspielen, um Produktionsprozesse flexibler und skalierbarer zu machen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion geht es um die „Schuldfrage“: Bremst unreife Technik die KI aus, oder liegt es eher an Führung und Organisation? Und wer im Unternehmen muss Verantwortung übernehmen, damit KI skaliert?
Arbeiten an den eigenen Hürden
Am Nachmittag wird es interaktiv. In parallelen Executive Working Sessions arbeiten die Teilnehmenden an den typischen Bruchstellen von KI-Projekten. Prof. Dr. Patrick Glauner von der TH Deggendorf fragt, warum vorhandene Daten oft trotzdem keine Ergebnisse liefern. Dr.-Ing. Sergii Kolomiichuk vom Fraunhofer IFF stellt klar, dass KI ohne Business Case Spielzeug bleibt. Weitere Sessions behandeln die Integration in IT- und OT-Landschaften, den Weg vom Proof of Concept zur Skalierung, die Rolle der Menschen im KI-Change sowie Governance, Security und Compliance.
Zum Abschluss geben zwei Vorträge Einblick in die Praxis. Peer Hogeterp vom Institut für Softwaretechnologie des DLR berichtet, was zwischen Konzept und produktiver Nutzung in einer großen Organisation tatsächlich passiert. Prof. Glauner spitzt die Diagnose zu: KI scheitert selten an der Technik, sondern an Verantwortlichkeiten, starren Strukturen und kulturellen Hürden.
Ein Wrap-up bündelt die unbequemen Wahrheiten des Tages. Eine strukturierte Zusammenfassung gibt den Teilnehmenden zudem etwas an die Hand, mit dem sie im eigenen Unternehmen weiterarbeiten können. Wer schon am Vorabend anreist, kann sich beim informellen „Outdoor-Get-Together“ mit Bratwurst und Bier vernetzen.
KI-Tagung KI kann man kaufen. Wirkung nicht!
3. November 2026 (Get-Together am Vorabend)
Pavillon 36, Messegelände Hannover
Aussteller zum Thema
Interesse an News zu Ausstellern, Top-Angeboten und den Trends der Branche?
Browser Hinweis
Ihr Webbrowser ist veraltet. Aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und eine optimale Darstellung dieser Seite.
Browser aktualisieren