Wissenschaftler der Kühne Logistics University haben ein Optimierungsmodell entwickelt, das die Kosten in der gesamten Lieferkette bewertet. Es wurde für die Studie auf den realen Datensatz eines Autobauers angewendet. Dieser umfasste rund 50.000 Ersatzteile aus neun Jahren. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass der 3D-Druck eine sinnvolle wirtschaftliche Alternative für viele Ersatzteile sein kann – speziell für solche, die nur selten benötigt werden. Statt an Mindestmengen gebunden zu sein und diese in Lagern vorhalten zu müssen, können Unternehmen mit der additiven Fertigung nur die tatsächlich benötigte Menge produzieren. Die Lagerkosten sinken, gleichzeitig steigt der Kundenservice, da die Teile mitunter schneller verfügbar sind. Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass ein Mindestbestand vorgehalten werden sollte, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Daimler Buses hat ein entsprechendes Programm bereits aufgesetzt: Anfang Dezember 2019 verkündete das Unternehmen, Kunden von Ende 2020 an Ersatzteile aus dem 3D-Drucker anzubieten. Dazu zählen etwa Abdeckungen und Griffe, die auch nach Kundenwunsch individuell gefertigt werden können.