Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind in der Industrie seit Jahren ein zentraler Bestandteil der Produktions- und Lagerlogistik. Sie übernehmen den Materialtransport ebenso präzise wie zuverlässig – und das rund um die Uhr. Obwohl die Systeme hochgradig automatisiert sind, wird dennoch eine Mensch-zu-Maschine-Kommunikation benötigt, beispielsweise zur Wartung, zur Fehlerbehebung und um die Steuerung der fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) zu gewährleisten. Meist wird hierzu auf stationäre oder kabelgebundene Bediensysteme zurückgegriffen. Diese sind zwar robust und zuverlässig, jedoch in ihrer Anwendung stark eingeschränkt und weisen deutliche Nachteile gegenüber einem mobilen und kabellosen Bediensystem auf.

Mit dem TÜV-zertifizierten M2Smart HMI-Bediensystem hat die ACD Gruppe aus Achstetten jetzt ein touchbasiertes, mobiles und kabelloses System auf den Markt gebracht, welches auch für die sichere Bedienung von FTS entwickelt wurde. Im Gegensatz zur Bedienung der FTF mit herkömmlichen Methoden wie zum Beispiel Bedienknöpfen am Fahrzeug oder kabelgebundenen Fernsteuerungen bietet das M2Smart HMI-Bediensystem von ACD einige wesentliche Vorteile. Durch die Verwendung eines kabellosen HMIs kann die Arbeit mit jedem beliebigen FTF aus einer Flotte schnell und unkompliziert aufgenommen werden. Vor allem in weitläufigen und dynamischen Umgebungen spart ein mobiles HMI erheblich Zeit und verhindert kostspielige Verzögerungen. Insbesondere bei Problemmeldungen oder Störungen kann sich der zuständige Operator mit dem M2Smart HMI schnell zu dem entsprechenden FTF begeben, die Situation direkt vor Ort evaluieren und im besten Fall das Problem oder die Störung unmittelbar am Fahrzeug schnell und effizient beheben. Zu den weiteren Vorteilen, die kabellose Bediensysteme bei der Steuerung von FTF gegenüber kabelgebundenen Systemen haben, gehört, dass der Anwender mit nur einem Bediengerät sämtliche FTF einer Flotte steuern kann, sofern diese mit der notwendigen Technik ausgestattet sind. Des Weiteren sind die FTF in Produktionsanlagen oftmals mit Zusatzvorrichtungen wie Hubsystemen oder Spannvorrichtungen ausgestattet. Durch das rein touchbasierte Bedienkonzept bieten die Geräte der Oberschwaben eine hohe Flexibilität in der Gestaltung der Bedienoberflächen, wodurch die flexible Abbildung aller notwendigen Bedienfunktionen möglich ist.

Gekoppelt wird das M2Smart HMI einfach und schnell via NFC-Tag mit einem an die Steuerung des FTF angeschlossenen Gateway, dem M2Smart Gateway. Der NFC-Tag kann dabei an unterschiedlichen Stellen am FTF angebracht werden, sodass der Anwender die Verbindung zwischen HMI und FTF schnell, ergonomisch und effizient durchführen kann. Dieses Kopplungsverfahren ermöglicht es dem Mitarbeiter zudem, ohne großen Aufwand zwischen verschiedenen FTF zu wechseln. Dadurch ist er in der Lage, auch mehrere Fahrzeuge schnell hintereinander zu bedienen und zu überwachen. Um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten, werden die Daten beim M2Smart HMI-System per Funk über zwei verschiedene Wege übertragen. Die Übertragung der sicherheitsrelevanten Daten erfolgt über einen per Black-Channel gesicherten BT-Nahbereichsfunk. Dadurch kann auch bei einer mobilen Datenübertragung die Datensicherheit gewährleistet und ein Performance Level d erreicht werden. Die nicht-sicherheitsrelevanten Daten, beispielsweise für die Visualisierung via Browser, App oder WebApp, können beim M2Smart HMI-System über zwei verschiedene Funkstrecken übertragen werden. Entweder ebenfalls über BT-Nahbereichsfunk oder über ein WLAN-Netzwerk. Hierzu kann ein bereits bestehendes WLAN genutzt werden oder alternativ die M2Smart HMI Access Points, welche an die Fahrzeuge angebracht werden und für eine dauerhaft stabile Verbindung sorgen. Durch die Möglichkeit, sowohl BT-Nahbereichsfunk als auch WLAN bei der Übertragung der nicht sicherheitsrelevanten Daten zu nutzen, bleibt das M2Smart HMI maximal flexibel und ist in nahezu jedem Arbeitsumfeld einsetzbar, insbesondere auch in der Automobilfertigung oder zur Steuerung von Robotern.

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