Seit zwei Jahren untersucht das Smart-Service-Welten-Projekt BloGPV, wie virtuelle Stromspeicherverbünde die lokale Energieversorgung sicherstellen können ohne die Datenhoheit zu verlieren. Die Technologie «Blockchain» ist Teil der Lösung.

Der Feldtest besteht aus rund 100 Teilnehmern im Großraum Hannover, die mit intelligenten Zählern ausgestattet und zu einem virtuellen Stromspeicherverbund vernetzt sind. Etwa zehn Prozent der Teilnehmer sind «Prosumer», sprich sie verfügen über eine Photovoltaikanlage sowie einen Stromspeicher und gelten somit als Energieerzeuger. Alle Beteiligten können über ein Web-Portal ihren aktuellen Verbrauch sowie eine Prognose für den nächsten Tag einsehen. Der Bereich «Solarstrompreissignal» zeigt Zeiträume auf, in denen voraussichtlich Überschüsse an Solarstrom verfügbar sind. So können Verbraucher beispielsweise das Aufladen ihrer Elektrofahrzeuge für jene Zeiten einplanen, damit sie von vergünstigter Energie profitieren.

Auf Blockchain-Basis erprobt der Test in 15-Minuten-Intervallen die Zuordnung von Erzeugern und Verbrauchern. Dabei werden die Berechnungen vollständig automatisiert. Da eine selbstinstallierte PC-Komponente den Spagat ermöglicht, verbleiben die Erzeugungs- und Verbrauchsdaten sowie der Rechenaufwand beim Teilnehmer. Der Beweis, dass ein Stromaustausch stattfand, wird lediglich abgelegt. Dieser wahrt die Datenhoheit und hält den Datenaufwand in der Blockchain gering.

Das BloGPV wird im Frühjahr 2021 abgeschlossen. Neben der Ergebnisdokumentation umfassen die letzten Schritte weitere Optimierungen, zum Beispiel bezüglich der Be- und Entladung der Stromspeicher. Ziel des Projekts ist es zu beweisen, dass Strom-Communitys eine Lösung für künftige Energiemärkte sind.