Daten sind die Basis für eine smarte Industrie. SEW-EURODRIVE zum Beispiel, weltweit führend in Antriebstechnik und Experte für elektrische Automation, hat das früh erkannt: Physische Produkte werden durch digitale Services zu intelligenten, vernetzten Lösungen. Grundlage dafür sind einheitliche und konsistente Daten. Doch wie in vielen Unternehmen wuchs die IT- und Datenlandschaft über Jahrzehnte organisch. Neue Systeme kamen hinzu, alte blieben bestehen. Das Ergebnis: verteilte Datensilos, inhomogene IT-Architekturen und nicht kompatible Formate. Aus einer einst klaren Struktur wurde ein komplexes IT-Ökosystem. Daten für neue Anwendungen mussten mühsam aus verschiedenen Quellen zusammengesucht und die jeweils unterschiedlichen Datenmodelle in das der Anwendung transformiert werden. Das Ziel war also klar: Weg von verstreuten Einzellösungen, hin zu einer zentralen, verständlichen Datenbasis, die den Zugriff auf Informationen einfach, sicher und konsistent ermöglicht.

Die Vorgehensweise

Gemeinsam mit SEW hat die M&M Software GmbH, internationaler Software- und Digitalisierungspartner mit Sitz in St. Georgen im Schwarzwald, einen Enterprise Knowledge Graph aufgebaut – eine zentrale Plattform, die Ordnung in das Chaos bringen soll. Grundlage ist ein Data Fabric Framework, das auf Semantic-Web-Technologien basiert. Im Kern steht eine einheitliche Semantik, die Daten systemübergreifend verständlich und verknüpfbar macht. Mit ECLASS als „Wörterbuch“ werden Eigenschaften und Begriffe eindeutig referenziert – „Color“ und „Farbe“ bedeuten ab sofort dasselbe. So wachsen unterschiedliche Quellen zu einer durchgängigen Datenbasis, dem Enterprise Knowledge Graph, zusammen. Dadurch sind komplexe Abfragen über alle Systeme hinweg möglich und Daten können konsistent sowie automatisiert bereitgestellt werden.

Aus der Sammlung von Zutaten entsteht das Kochbuch

Aus der chaotischen Vorratskammer wird so eine strukturierte Speisekammer: Daten werden harmonisiert, beschriftet und sinnvoll miteinander verknüpft. Aus der Sammlung von Zutaten entsteht das Kochbuch: der Knowledge Graph, der Informationsquellen verknüpft und abfragbar macht. Daraus entstehen schließlich die fertigen Gerichte: digitale Zwillinge, die Applikationen und Smart Services zuverlässig mit den passenden Informationen versorgen. Mithilfe der Asset Administration Shell (AAS) stellt M&M sicher, dass die digitalen Zwillinge standardisiert und in allen Systemen nutzbar sind.

Der Kundennutzen

Mit der von M&M Software entwickelten Data Fabric wurden verstreute Datenquellen über eine einheitliche Schnittstelle zugänglich gemacht. Anwendungen greifen heute auf harmonisierte Daten zu. Das spart Zeit, reduziert Komplexität und beschleunigt Prozesse. Diese Lösung eröffnet SEW zudem viele neue Möglichkeiten für digitale Services, beispielsweise Predictive Maintenance und die Anbindung des Asset Management Systems. Kunden erleben ihre Maschinen nun über den gesamten Lebenszyklus hinweg, von der Entwicklung bis zum After-Sales. Die Plattform ist beliebig skalierbar und kann schrittweise auf weitere Use Cases ausgeweitet werden.

Routineaufgaben werden stark reduziert

Auch intern soll die Lösung für Effizienz sorgen: Routineaufgaben wie Datenformatierung, Mapping oder das Einbinden neuer Quellen werden stark reduziert. Das Datenmanagement wird verbessert und lange Abstimmungen entfallen. Das Ergebnis der Data Fabric sind wertvolle Einblicke, neue Umsatzpotenziale und durchgängig optimierte Prozesse.

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