Aussteller- & Produktsuche
Veranstaltungssuche
Sprecherübersicht

Das menschliche Auge ist ein empfindliches und sehr komplexes Organ, dessen Anatomie und Physiologie die gezielte Applikation von diagnostischen und therapeutischen Substanzen am und im Sehkörper erheblich erschwert. Aktuell angewandte Verfahren, um die Substanzen präzise an ihren Bestimmungsort zu bringen, zeichnen sich entweder durch einen sehr geringen Wirkungsgrad und potenzielle Nebenwirkungen aus, oder sie sind aufgrund ihrer hohen Invasivität und der enormen Kosten für Ärzte und Patienten kaum praktikabel. Während diagnostische und therapeutische Verfahren in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht haben, behindert dieser Umstand zunehmend deren Umsetzung und Effektivität. Zur Überwindung dieses Hindernisses wurde das Projekt MANTRA aufgelegt, welches im Rahmen des Verbundvorhabens "Demonstration der magnetischen Wirkstoffverabreichung zum Auge: Entwicklung, Aufbau und Test von Magnetfeldapplikatoren für den gezielten Substanztransport mittels magnetischer Nanopartikel" mit Mitteln der Europäischen Union von der Thüringer Aufbaubank finanziell unterstützt wird. Federführend bei diesem Projekt, in das auch die Jenaer Magnetworld AG sowie der General Nummeric Research Lab e.V. maßgeblich involviert sind, ist die TU Ilmenau, die Koordination des Verbundvorhabens liegt beim Ilmenauer Junior-Professor Dr.-Ing. Silvio Dutz.

Gegenstand der Forschung ist eine neue Basistechnologie, die den gerichteten Transport von Substanzen im Auge, erstmals auch durch Gewebe hindurch, mit Hilfe von magnetischen Nanopartikeln realisiert. Bei diesem Verfahren werden die Substanzen an umhüllte und funktionalisierte magnetische Nanopartikel gebunden und durch applizierte magnetische Felder zu ihrem Bestimmungsort geführt. Erklärtes Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines entsprechenden Demonstrators des Magnetfeldapplikators, verbunden mit dem Nachweis der prinzipiellen Funktionsweise dieser Basistechnologie im Rahmen eines Schlüsselexperiments. Zu diesem Zweck sollen zuerst die Randbedingungen für die Wahl der magnetischen Nanopartikel bestimmt und optimale räumliche und zeitliche Verläufe magnetischer Felder definiert werden, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse anschließend experimentell zu verifizieren.