Mit der Software Defined Industry (SDI) und agentenbasierter künstlicher Intelligenz (Agentic AI) entsteht ein neues Produktionsparadigma. Prozesse werden software- und KI-basiert gesteuert, wodurch Anlagen flexibler, effizienter, resilienter und autonomer arbeiten. „Die nächste Dekade der Produktivitätssteigerung kommt von IT- oder KI-Lösungen“, sagt Gunther Koschnick, Bereichsleiter im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V. ZVEI. Deshalb sei das Denken in Richtung Software der logische nächste Schritt, um die Autonomie in den Systemen zu steigern. Nur so könne die Produktion in Deutschland und Europa auch zukünftig wettbewerbsfähig, resilient und nachhaltig bleiben: „Wir müssen diese Transformation aktiv gestalten: Durch Investitionen in SDI-Projekte, die Entwicklung interoperabler Standards und der Weiterbildung von Fachkräften.“

Klassische Systeme dagegen stoßen mittlerweile an Grenzen: lange Rüstzeiten, starre Strukturen und Fachkräftemangel. Agentic AI setzt hier an. Autonome Software-Agenten orchestrieren Produktionsschritte, bereiten Entscheidungen vor und reagieren dynamisch auf Störungen oder neue Produktanforderungen. „Wir benötigen in der heutigen sich schnell weiterentwickelnden Welt Produktionssysteme, die sich autonom auf Situationen einstellen, re-konfigurieren und optimieren können“, so Koschnick weiter.

Der Vorteil der SDI: Sie verbindet den Shopfloor mit der IT. Produktionsmodule werden über digital beschriebene Fähigkeiten flexibel kombiniert, digitale Zwillinge ermöglichen über die Produktion hinaus Simulation und schnelle Änderungen. SDI und Agentic AI eröffnen damit Effizienzgewinne, neue datenbasierte Geschäftsmodelle und stärken die Resilienz globaler Wertschöpfungsketten. Voraussetzung sind jedoch interoperable Standards, sichere Datenräume und ein innovationsfreundliches regulatorisches Umfeld. „Weltweit anwendbare, sichere Datenstandards sind ein Schlüsselelement“, betont Koschnick.

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